Gräfenhainichen/Elend (dpa) l Satter Hörgenuss für Massen: In diesem Monat gibt es in Sachsen-Anhalt innerhalb von drei Wochen drei Musikfestivals. Insgesamt mehr als 250 Bands, Solokünstler und DJs wollen laut Veranstalter etwa 45.000 Musikbegeisterte zum Dabeisein, Mittanzen und Mitsingen animieren. Los geht es am Freitag mit dem seit Monaten ausverkauften "Splash!"-Festival in der Veranstaltungsarena Baggerstadt Ferropolis bei Gräfenhainichen (Landkreis Wittenberg). Zu dem dreitägigen Festival, bei dem vor allem Hip-Hopper ordentlich was auf die Ohren bekommen sollen, werden mehr als 20 000 Besucher aus ganz Europa erwartet, wie ein Sprecher sagte.

"Splash!" feiere dieses Jahr seinen 17. Geburtstag. 85 Namen stehen den Angaben zufolge aktuell auf der Künstlerliste des Festivals, darunter Rap-Lyriker Alligatoah, Pandamasken-Mann Cro, Deutsch-Rapper Eko Fresh, Sängerin M.I.A, der Berliner Battle-Rapper Prinz Pi und das US-Hip-Hop-Duo Outkast. Auf die harten Hip-Hop-Klänge sollen nur eine Woche später sanfte Melodien beim nach eigenen Angaben größten Indie- und Elektrofestival Europas, das den Namen "Melt!" trägt, folgen. Auch hier bilden die ausgedienten Tagebaubagger in Ferropolis vom 18. bis 20. Juli die Kulisse für die Auftritte von 130 Künstlern.

Headliner gibt es beim "Melt!"-Festival einige, wie ein Fetsivalsprecher sagte. Zum ersten Mal dabei sind die Senkrechtstarter Milky Chance, die im Vorjahr mit "Stolen Dance" überzeugten. Auch Tomte-Sänger und Solokünstler Thees Uhlmann gebe sich die Ehre, ebenso wie Singer-Songwriterin Kiesza, DJ Fritz Kalkbrenner und der Elektro-Swing-Minimalist Alle Farben.

"Melt!" gibt es seit 1999 in Ferropolis, nach einer Durststrecke wurde 2004 ein neues Konzept für das Festival elektronischer Musik entwickelt. Fast 200 Kilometer westlich von Gräfenhainichen liegt der Veranstaltungsort von "Rocken am Brocken". Elend im Harz soll nach Angaben der Organisatoren vom 31. Juli bis 2. August zum achten Mal das Ziel von etwa 4000 Musikfans werden - und damit die Einwohnerzahl des Örtchens verzehnfachen.

Das Festivalrepertoire reiche von hartem Rock über Deutsch-Pop bis hin zu mittelalterlichen Klängen. Auftreten werden unter anderem Triggerfinger, die seit dem Lykke Li-Cover von "I Follow Rivers" eine große Fangemeinde um sich scharen, und die Alternative-Hip-Hop-Band Käptn Peng Die Tentakel von Delphi, in der sich der Schauspieler Robert Gwisdek musikalisch auslebt. Ebenfalls mit dabei: die Elektropunker von Frittenbude, die belgische Indie-Rock-Band Balthazar und die Ska-Spezialisten Rantanplan.