Weiter Vorstellungen gibt es vom 31. Juli bis 16. August jeweils von donnerstags bis sonnabends. Weitere Infos unter: www.theaterschiff-magdeburg.com

Magdeburg l Träumen von fernen Stränden und der weiten Welt. Zwölfmal wird die "Marco Polo" in diesem Sommer zum schwimmenden Theater. Keine Ermüdungserscheinungen, keine Langeweile machen sich breit. Das neue Programm "Palmensand Elbestrand" setzt auf das bewährte Herangehen von Ulrike Nocker, Matthias Krizek und Oliver Vogt. Die drei haben ihr Metier gefunden, wissen, wie man Geschichten erzählt. Sie setzen dabei auf eigens für den Abend geschriebene Texte zu bekannten Melodien und nutzen gleichberechtigt Titel von Die Ärzte ebenso wie von Maybebop, Peter Fox und anderen. Dass Letzteres dann keine bloße Wiederholung wird, keine versuchte Nachahmung, das bleibt das Geheimnis der Gruppe. Aus dem lange zusammengetragenen Fundus bauen sie ihre Welt.

Das Gespür für Unterhaltung von Regisseur Knut Müller-Ehrecke bewährt sich. Er verknüpft die ganz unterschiedlichen Stile zu einem Ganzen, lässt dem Spaß Raum. In diesem Jahr gelingt das Programm noch runder, noch abgestimmter auf die Schiffsfahrt und die thematische Exkursion in die Südsee. Beim obligatorischen Menü serviert die Küche den Hauptgang auf Tellern aus Palmenholz. Überall verteilte Verbotsschilder geben Hinweise auf Einschränkungen beim Badevergnügen wie "Vorm Becken benutzen kalt duschen", Handtücher bedecken leere Stühle wie oft überall auf der Welt am Hotelpool erlebt.

Gesang, Kabarett und komödiantischen Einlagen


Alle drei Akteure vermitteln Urlaubsstimmung, geben sich mitunter kabarettistisch und nehmen gleich zum Beginn die Vorstellungen vom perfekten Hotelaufenthalt aufs Korn. Wo muss den nun das Brot auf dem Buffet liegen, wo soll der Orangensaft stehen? Ganz gleich an welchem Ort in der Welt, man erwartet den gleichen Standard, Abstriche sind verpönt, Spießbürger lassen grüßen.

Die Grenzen zwischen Gesang, Kabarett und komödiantischen Einlagen sind fließend, die "Nachtschwärmer" wollen diese bunte Mischung. Oliver Vogt legt sich nicht allein hinter dem Piano ins Zeug. Er singt, erzählt und schreitet mitunter passend zum Gesang seiner Mitstreiter urkomisch durch den Raum. Wenn alle drei "Don\'t worry, be happy" nach einem neuen Text zum Besten geben, erreicht der Abend ein Stimmungshoch.

Kein Abend ohne die Crew


Auch die leiseren Töne haben ihre Berechtigung. Matthias Krizek beweist das an "Reif für die Insel", einem Titel, den er souverän bringt, ohne sich an der Vorlage von Peter Cornelius festzuklammern, sondern eben sein Ding macht. Bei "Malaria" legt sich Ulrike Nocker ins Zeug. Da überzeugt neben der stimmlichen Leistung vor allem die fehlerfreie und mehrfache Aufzählung von mindestens einem Dutzend exotischer Krankheiten, deren Namen mancher nicht einmal aussprechen könnte.

Bereits zur Tradition gehört die Mitwirkung der Crew bei den abendlichen Ausflügen auf der Elbe. Der Käpt´n plaudert über den Fluss und die Schifffahrt. Chefkoch Toralf Rosenthal bekommt seinen Platz im Programm und agiert mit verschmitztem Lächeln als Paule der Bademeister.