London (dpa) l Der Mann steht für den Sound der 80er Jahre: Mark Knopfler, Kopf und Gesicht der Dire Straits, hat mit Songs wie "Walk of Live" oder "Brothers in Arms" den Musikgeschmack der Jahre vor dem Fall des Eisernen Vorhangs entscheidend mitgeprägt. Hörbar und familienfreundlich, irgendwie aber auch ein bisschen innovativ und anders - dafür steht der begnadete Gitarrist, Sänger und Songwriter Mark Knopfler bis heute. Heute wird er 65 Jahre alt.

Knopfler ist damit etwas jünger als die Vertreter der ganz großen britischen Musikergeneration, der etwa die Beatles, die Rolling Stones oder The Who angehören. Der kleine Mark wurde somit auf dem Nährboden groß, den andere bereits bereitet hatten. Die Gitarre gehörte damals in Newcastle, wo Mark und sein Bruder David nach dem Umzug der Familie aus dem schottischen Glasgow aufwuchsen, zur Grundausstattung.

Viel professioneller war sein Weg zum Profi-Musiker aber auch nicht. Der Sohn eines aus Ungarn geflüchteten Juden und einer britischen Lehrerin trat zunächst als Hobby-Gitarrist in Newcastle und Leeds auf. Bei einem Besuch bei seinem Bruder David in London lag er schlafend mit Stiefeln und Gitarre in der Küche, als Davids Mitbewohner John Illsley von einer durchfeierten Nacht nach Hause kam. Es dauerte nicht mehr lange, bis die drei mit weiteren Musikern 1977 die Dire Straits gründeten.

Mark Knopfler sagt heute: "Musik war immer das, was ich machen wollte." Bis zum Alter von 28 Jahren klappte das allerdings nicht so recht. Hauptberuflich versuchte er sich in dieser Zeit unter anderem als Nachwuchs-Journalist bei der "Yorkshire Evening Post" in Leeds. Er schrieb zum Beispiel Konzertkritiken.

Mark Knopfler wird heute als Musiker beschrieben, der Journalisten nicht besonders mag. Wenn ihm Interviewfragen zu dumm vorkommen, kann schon einmal passieren, dass er weitgehend verstummt. Wie viele Musikerkollegen gibt auch der Mann, der 120 Millionen Alben verkauft hat, Interviews vor allem dann, wenn es gerade eine neue Platte oder eine neue Tournee zu bewerben gilt.

Vielleicht liegt das Desinteresse an den Medien aber auch ein bisschen an deren Enthüllungen. Knopfler, der über seine erfolgreichen Jahre mit den Dire Straits, als Solo-Künstler und als Produzent für viele Größen des Musik-Business Abermillionen verdient hat, wird wie eine Reihe anderer britischer Prominenter mit einem Steuervermeidungs-Netzwerk auf der Kanalinsel Jersey in Verbindung gebracht.

Die Spekulationen belasten seine Arbeit eher weniger. 2012 brachte er mit "Privateering" ein neues Album heraus - das Überzeugendste seit "All The Roadrunning" aus dem Jahr 2006, wie das Fachblatt "Rolling Stone" befand. "Je älter ich werde, desto mehr will ich schreiben", sagte Knopfler damals. "Keine Ahnung, ob das daran liegt, dass ich glaube, die Zeit rennt mir davon." Ist auch egal: Mit seinem Beitrag zu Eric Claptons Gedächtnis-Album für den im vergangenen Jahr gestorbenen Gitarren-Gott JJ Cale hat Knopfler schon wieder ein Meisterstück abgeliefert.