Das gesamte Programm im Internet: www.literaturhaus-magdeburg.de

Magdeburg l Wussten Sie, dass Jürgen Heinrich - der Fernseh-Kommissar in "Wolffs Revier" - zu Jugendzeiten mal in Magdeburg gelebt hat? Nun kehrt er für einen Abend zurück. Heinrich ist Gast bei den Literaturwochen "Verdichtung", die am 29. August beginnen. Am 5. September liest er aus "Abschied" von Johannes R. Becher, in dessen Defa-Verfilmung er damals mitspielte. Das Buch dreht sich um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die Zeit vor und nach dem Krieg stehen dieses Jahr im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe, die sich auf mehrere Orte in der Stadt verteilt. Der Verein Literaturhaus Magdeburg hat sie "Der Krieg brach wirklich aus..." überschrieben - ein Zitat aus einem Roman des geborenen Genthiners Edlef Köppen und Titel einer Anthologie, in der Autoren in Erinnerung an Köppen ihre Gedanken zum Thema Krieg und Frieden veröffentlichten.

Heinrich ist nicht der einzige TV-Kommissar bei den Literaturwochen. Am 28. September kommt auch Eva Matthes - Klara Blum im Tatort aus Konstanz - nach Magdeburg, und zwar als Sängerin. Mit Klavierbegleitung präsentiert sie Lieder von Heinrich Heine und Nâzim Hikmet, aber auch von zeitgenössischen Poeten wie Wolfgang Biermann. Am 12. September wird sogar getanzt: Wenn Stadtscheiberin Anja Tuckermann Passagen aus dem Tagebuch der damals 14-jährigen Tänzerin und Schriftstellerin Jo Mihaly vorträgt, begleitet sie Solotänzerin Miranda Markgraf.

Ein wenig Schauspielerei gibt es bei den Literaturwochen auch: Am 26. September präsentiert die Schriftstellergruppe Magdeburger Schreibkräfte in kreativer Manier "Schützengrnft - Texte aus dem Kanonenfutteral" - eine Veranstaltung in Anlehnung an die DaDa-Abende 1919/20 in Magdeburg.

Auf dem Plan stehen noch mehr außergewöhnliche Lesungen - ein fiktiver Dichterwettstreit etwa und ein Charlie-Chaplin-Film bei einem Abend zur früheren Künstlervereinigung "Die Kugel". Einmal fahren die Besucher sogar mit der Straßenbahn. Dabei geht es um eine Frau, die sich damals zur Schaffnerin ausbilden ließ. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe ist ein Künstler aus Cambridge zu Gast: Historiker Christopher Clark schildert in seinem Buch die Vorgeschichte des Krieges als vermeidbares Ereignis. Teil der Literaturwochen ist auch eine Ausstellung im Literaturhaus vom 10. September bis 21. November. Sie beleuchtet den Ersten Weltkrieg im Spiegel der regionalen Literatur. Zu sehen sind zum Beispiel Briefe von Lily Braun und der Militärpass von Erich Weinert.

Das gesamte Programm im Internet: www.literaturhaus-magdeburg.de