Los Angeles (dpa) l James Cameron hat den Platz gewechselt. Der Regisseur, der am heutigen Sonnabend 60 Jahre alt wird, steht nicht hinter, sondern ausnahmsweise vor der Kamera. Kurz vor seinem runden Jubiläum ist er der Hauptdarsteller in der Dokumentation "Deepsea Challenge 3D", die seit Anfang August in den US-Kinos zu sehen ist. Der Film dreht sich um Camerons Tiefseeabenteuer im Jahr 2012, als der Kanadier mit einem Mini-U-Boot nahezu 11000 Meter unter den Meeresspiegel des Westpazifiks abtauchte. Sein Solo-Ausflug ins Challengertief des Marianengrabens, des tiefsten Punktes der Erde, war ein Rekordtauchgang.

Tauchen ist Camerons zweite große Leidenschaft. Der renommierte US-Verband National Geographic Society nahm den Star-Regisseur als "Explorer-in-Residence" sogar in seine erlauchte Gruppe von Gastforschern auf. "Wenn ich auf einer Expedition bin, ist die Hollywood-Welt für mich sehr weit weg", sagte Cameron kürzlich der Zeitschrift "USA Today".

Trotzdem hat Cameron sein Versprechen, drei weitere "Avatar" Folgen zu drehen, nicht vergessen. Die ersten Drehbücher und Ideen für neue Kreaturen und Welten lägen bereits vor. "Ich kann es kaum erwarten, endlich am Set zu sein", erzählt er seinen Fans. Die müssen aber mindestens noch fünf Jahre auf den Kinostart der ersten Sequel warten.

Cameron ist ein Mann der Extreme. Mit "Titanic" (1997) und "Avatar" (2009) drehte er zwei der teuersten Filme Hollywoods, die nun die Rangliste der größten Kassenerfolge anführen. "Avatar" liegt mit weltweiten Einnahmen von knapp 2,8 Milliarden Dollar an der Spitze, dicht gefolgt von "Titanic" mit über 2,1 Milliarden Dollar. Der Filmemacher sorgt auch als engagierter Umweltschützer für Schlagzeilen, etwa mit seinem Protest gegen ein umstrittenes Staudammprojekt in Brasilien. Dazu hat der vier Mal geschiedene Regisseur den Ruf als launischer Kontrollfreak weg.

Mit der Schauspielerin Suzy Amis und den gemeinsamen drei Kindern lebt Cameron heute in Neuseeland, wo der Regisseur auch seine "Avatar"-Folgen drehen wird.