Magdeburg l Dass Museumsdepots Schatzkammern sind, ist nicht neu. Doch viele Depots bergen Schätze, die nie gezeigt werden können, weil sie beschädigt, verschmutzt oder zerlegt sind. Damit Stiftungen, die Restaurierungen unterstützen, und die Museen unkompliziert zusammenfinden, haben sich im Februar zwölf Stiftungen unter dem Namen "Kunst auf Lager" vereint.

Zu ihnen zählt auch die Kulturstiftung der Länder, die im Sommer für 21 Restaurierungsprojekte 500.000 Euro zur Verfügung stellte. Unter den geförderten Projekten, zu denen die Restaurierung von Matthias Grünewalds "Kreuztragung" aus Karlsruhe und der Erhalt von Saurierfossilien in Stuttgart gehören, sind auch drei aus Sachsen-Anhalt.

Die evangelische Landeskirche kann ein Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren aus der Wittenberger Stadtkirche restaurieren. Die Stiftung Luthergedenkstätten Wittenberg wird Cranachs "Auferstehung Christi mit Stifterfamilie. Epitaph für Anna Badehorn" aus dem Depotschlaf wecken können. Das Bild gehört zwar dem Leipziger Museum der Bildenden Künste, doch als "Gegenleistung" für die Restaurierung leiht Leipzig das Gemälde 2015 zur großen Wittenberger Ausstellung über Cranach d. J. aus.

Die dritte Förderung geht nach Magdeburg. Das Kulturhistorische Museum kann mit dem Geld der Kulturstiftung und Eigenmitteln eine griechische Henkelamphora von 450 v. Chr. (Foto) für 18.000 Euro restaurieren. Sie ist die letzte griechische Vase aus der bedeutenden Magdeburger Vasensammlung, die noch nicht restauriert ist. Die 40 griechischen Vasen waren, wie alle Magdeburger Museumsschätze, während des Zweiten Weltkriegs in einen Salzstock ausgelagert worden, wo die meisten bei Kriegsende verbrannten. Die Vasen zersprangen in Hunderte Einzelteile und wurden komplett schwarz, so dass ihre herrlichen Malereien nicht mehr zu sehen waren.

Zwischen 2001 und 2004 konnten alle Vasen restauriert werden. Allein für die größte, schönste und bedeutendste fehlte das Geld - bis jetzt. In den nächsten Monaten werden ihre Einzelteile nun neu zusammengesetzt. Anschließend bekommt sie eine Einzelvitrine in der Ausstellung.

"Das entspricht absolut ihrer Bedeutung", sagt Ulrike Theisen, Kustodin für Archäologie am Kulturhistorischen Museum Magdeburg. Vergleichbare Stücke gebe es nur noch in Museen in Athen, London, Paris, München und Berlin. Nach der Restaurierung will Theisen die Malereien auf der Vase wissenschaftlich erforschen lassen, denn sie ist sicher, dass die 2500 Jahre alte Magdeburger Vase von einem der namentlich bekannten Athener Maler stammt.