Magdeburg l Weinende Kinder in Syrien, Flüchtlinge im Irak, Bomben in Gaza und Israel, zerbombte Orte in der Ostukraine. Die Zwickmüller thematisieren diese aus den Fugen geratene Welt, wollen die Bilder hinterfragen, die Abend für Abend mit den Nachrichtensendungen in unsere Wohnzimmer gesendet werden. Hans-Günther Pölitz spricht von einer großen Hilflosigkeit, wenn er die Berichte über Krieg, Flucht und Zerstörung sieht. Thematisiert wird all das im neuen Programm der Magdeburger Zwickmühle. "Erspart uns eure Zukunft" ist es überschrieben. Premiere ist am 16. September. Das Haus ist an diesem Tag bereits ausverkauft.

Für Pölitz und seine langjährige Kabarett-Partnerin Marion Bach ist das Programm eine neue Herausforderung. Wie geht man mit all den uns so bewegenden Themen, der generellen gesellschaftlichen Unsicherheit in der Bevölkerung um? Und wie wollen die beiden es schaffen, dass ihre Gäste nicht noch bedrückter das Kabarett-Haus verlassen?

Einen schärferen Ton in dieser abendfüllenden Doppelconférence, ja, den wird es geben, sagt Pölitz, aber einen Ton, über den man auch noch lachen kann. Es sei ein existenzielles Programm mit innen- und vielen außenpolitischen Bezügen, auch mit Blick in die Vergangenheit. Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg. Pölitz nennt den 1. September, jenes verhängnisvolle Datum, an dem einst der Zweite Weltkrieg begann und heute deutsche Waffenverkäufe in Krisengebiete beschlossen werden. Und die EU habe nichts anderes zu tun, als die Wattzahl der Staubsauger zu begrenzen.

Bach und Pölitz wollen anknüpfen an das Programm "Über Kimme und Zorn", in dem bereits das Geschehen in der Ukraine und das Agieren der Europäischen Union thematisiert und auch der Ton schärfer angeschlagen wurde. Das Publikum habe es honoriert, so Pölitz. Das Programm sei sehr gut angenommen worden. Politisch-satirisches Kabarett verschließe sich nicht den Problemen. Dass die Kabarett-Profis aus der Leiterstraße damit richtig liegen, zeigen die Besucherzahlen der vergangenen Spielzeit. 30200 Gäste kamen, das Kabarett ist stolz auf eine Gesamtauslastung von 98 Prozent.

Die Regieanweisungen für "Erspart uns eure Zukunft" hat Regina Pölitz übernommen, das Buch stammt von Hans-Günther Pölitz mit Beiträgen von Olaf Kirmis, Rainer Otto, Robby Mörre, Marion Bach, Klaus Dannegger, Wolfgang Schaller.

Premiere: 16. September, weitere Vorstellungen im September: 19., 20., 22. bis 25. und 28.