Hamburg (dpa) l Die abenteuerlustige Biene Maja und ihre Freunde haben seit den 1970er Jahren viele junge Fernsehzuschauer geprägt. Dabei verlieh Synchronsprecher Eberhard Storeck dem Bienenjungen Willi mit quäkiger Stimme Kultstatus. Nun tritt Musiker Jan Delay beim Kinofilm "Biene Maja" in Storecks Fußstapfen. Bammel vor dem Vergleich habe er nicht, betont der 38-Jährige in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Ich finde, dass meine Stimme seiner sehr ähnelt."

Waren Sie als Kind selbst Fan der Trickserie aus den 70ern?
Jan Delay:
Ja, vor allem von Willi witzigerweise. Maja war eher was für Mädchen, aber für mich als Junge war Willi die Identifikationsfigur. Der war lustig, ein bisschen faul, ein bisschen schisser-mäßig, hatte hier und da mal keinen Bock und war um eine gute Ausrede nicht verlegen. Das fand ich irgendwie sympathisch.

Einige Kritiker werfen dem neuen 3D-Film vor, er zerstöre den Klassiker. Kannst Du das nachvollziehen?
Jein. Ich weiß natürlich genau, was die Leute meinen. Diese Diskussion gab es wahrscheinlich schon vor der Erfindung der Bibel. Dass immer etwas Altes liebgewonnen wurde und dann kommt etwas Neues. Die Leute, die das Alte noch kennen, kommen damit nicht klar - während Jüngere das Neue super finden. Da gibt es einen Generationskonflikt. Irgendwann in 10 oder 20 Jahren wird es noch eine andere Art und Weise Filme zu machen geben. Wenn dann wieder jemand "Biene Maja" produziert, werden die Leute, die jetzt so auf die animierte Biene Maja geflogen sind, sagen: "Das geht aber gar nicht, wo ist der Kultstatus?" Das ist einfach so.

Gucken Sie auch privat noch immer gerne Zeichentrick-oder Animationsfilme?
Ja, klar. Ich mag Trickfilme, Animationsfilme und "echte Filme". Aber ich bin ehrlich gesagt bei Schwarz-Weiß-Filmen ein bisschen schneller mit dem Weiter-Zappen. Es sei denn, es handelt sich um Charlie Chaplin oder die Marx Brothers.

Was ist denn für Sie die größere Herausforderung - singen oder synchronisieren?
Das Synchronisieren ist ein bisschen wie Urlaub für mich. Denn als Musiker komme ich ins Studio, habe selber im Kopf, was ich machen will, was die Musiker spielen sollen. Wenn es nicht hingehauen hat, denke ich die ganze Nacht darüber nach. Gehe wieder ins Studio, trage das immer mit mir rum. Als Synchronsprecher gehe ich ins Studio und lasse mir von jemand anderem sagen, was ich jetzt sagen soll und wie sich das anhören soll. Dann mache ich das, bis der andere zufrieden ist. Danach aber ist Feierabend, ich kann den Kopf ausschalten und nehme das nicht mit nach Hause.

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