Genthin l "Heeresbericht" ist der bekannteste Roman von Edlef Köppen, "Franziska Linkerhand" das unvollendete Hauptwerk der Brigitte Reimann. Beide Schriftsteller stehen für das literarische Erbe von Genthin und Burg. Köppen wurde 1893 in Genthin geboren, Reimann 1933 in Burg. Seit Jahren schon wird in beiden Städten an die Literaten erinnert. Zu den bevorstehenden Landesliteraturtagen - Genthin ist zum zweiten Mal Ausrichter - werden Reimann und Köppen zwei der insgesamt drei Themenschwerpunkte gewidmet.

"Ich sterbe, wenn ich nicht schreibe" hatte die 1973 gestorbene DDR-Kult-Autorin Brigitte Reimann einst gesagt. Mit diesem Satz überschrieben ist eine Anthologie, die im Brigitte-Reimann-Jahr 2013 entstanden war. Aus ihr wird an drei Tagen in drei unterschiedlich gestalteten Veranstaltungen gelesen.

Edlef Köppens Briefe von der Front im Ersten Weltkrieg werden vorgestellt, ebenso die von Albrecht Franke herausgegebene Anthologie "Der Krieg brach wirklich aus".

Dorothea Iser, Schriftstellerin und Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises Sachsen-Anhalt, sieht in Köppens Texten eine große Aktualität: "Es gibt so viele Parallelen zur heutigen Zeit." Bei Brigitte Reimann sei es ebenso. Sie habe den Mund aufgemacht und den Mut gehabt, etwas anzuprangern. "Diese Auseinandersetzung mit Dingen, die uns beschäftigen, muss lebendig bleiben", sagt Iser. Und fügt hinzu: "Das Schreiben heute ist nicht anders als früher. Autoren legen den Finger in die Wunde."

Poetensprechstunde für Nachwuchsautoren

In welcher Form, das zeigen die mehr als 90 regionalen Autoren, die mit ihren Büchern einen breiten Raum im Programm der 23. Auflage des Lesefestes finden. Sie werden mit ihren gedruckten Worten und in Gesprächsrunden unter anderem an den 25. Jahrestag des Mauerfalls erinnern - der dritte Themenschwerpunkt.

Schulen und Museen, Bibliotheken, Bürgerhäuser und Begegnungsstätten, das Standesamt Genthin, das Kloster Jerichow werden zu Orten für Lesungen, Schreibwerkstätten und Buchvorstellungen. Zu den Höhepunkten der "Literarischen Reise durch das Jerichower Land - Literatur-erlebnisse in Vergangenheit und Gegenwart", so das Motto, gehören die Präsentation des Literaturheftes "oda - Ort der Augen" und die Poetensprechstunde für Nachwuchsautoren (29. September von 16 bis 17 Uhr, Stadt- und Kreisbibliothek "Edlef Köppen" Genthin). Beide Veranstaltungen gestalten Jürgen Jankofsky, Thomas Rackwitz und Cornelia Marks. Am 28. September wird zum Familienbibliothekstag geladen.

Eröffnet werden die Landesliteraturtage am 27. September um 15 Uhr in Genthin (Plenarsaal des Landkreises Jerichower Land, Brandenburger Straße 100). Lesen wird Wolfgang Rüb aus seinem Buch "Wohnquartett mit Querflöte".

Das komplette Programm unter www.landesliteraturtage-sachsen-anhalt.de

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