Mit fünf Premieren, einer Sonderausstellung und einem neuen Format will das Puppentheater Magdeburg seine kleinen und großen Gäste in der Spielzeit 2014/15 begeistern. Erstmals bringt das Haus ein Buch heraus.

Magdeburg l Michael Kempchen lächelt in die Gesichter der vor ihm sitzenden Journalisten. "Mir geht`s gut", sagt er. Der Satz ist alles andere als selbstverständlich. Der Intendant des Magdeburger Puppentheaters ist nach schwerem Unfall, Operationen und Reha wieder am Platze und leitet die Pressekonferenz zur neuen Spielzeit. "Wir haben viel vor", sagt der Intendant mit Blick auf Kommendes.

Die Spielzeit startet am 2. Oktober mit einer Inszenierung, in der viel Neues stecken wird, die so richtig aber keine Premiere ist. Das Haus an der Warschauer Straße zeigt "Oscar". Das jüngste Hofspektakel, mit 20 ausverkauften Aufführungen äußerst erfolgreich, wandert vom Innenhof in den Theatersaal. Hausregisseur Moritz Sostmann bereitet sein quirlig inszeniertes Sommerstück jetzt als rasante Komödie für die große Bühne vor.

"Wilde Reisen" ist die neue Spielzeit überschrieben, ein Motto, das der Puppentheaterbesucher in allen Premieren wiederfinden wird. Zum Beispiel im Weihnachtsmärchen "Die Schneekönigin", in dem Gerda und Kay sich auf einen abenteuerlichen Weg machen, oder im Stück "Wilde Reise durch die Nacht" nach Walter Moers, für dessen Umsetzung erstmals mit Videokünstlern aus Stuttgart gearbeitet wird.

Eine wilde Reise wird auch Max erleben, der sich zu Hause unverstanden fühlt, flieht und auf einer Insel landet, dort, wo die wilden Kerle wohnen.

Gleich zweimal setzen die Magdeburger Theaterleute auf Augsburg und dessen berühmte Puppenkiste. Die dritte Ausstellung, die im November eröffnet werden wird, entführt Klein und Groß in die Welt der geliebten Darsteller um Jim Knopf und Lukas, das Urmel, Bill Bo und das Sams. "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer", die Geschichte von Michael Ende, wird auch in Magdeburg zu erleben sein. "Unsere Herausforderung ist es, eine neue Interpretation zu finden", sagt Frank Bernhardt, künstlerischer Leiter des Hauses.

56 000 Gäste, Auslastung von 98,7 Prozent

Neue Interpretationen, das neue Format "Café Monaco", die Premiere des Buches "Kasper und Konsorten", das einen Spaziergang durch die Kulturgeschichte der Theaterpuppe im mitteldeutschen Raum bietet, stehen auch für das Motto "wilde Reisen", sagt Kempchen. "Wir wollen auch anderes wagen. Vor allem wollen wir die Welt mit unserem Publikum gemeinsam erkunden."

56000 Gäste sahen in der abgelaufenen Spielzeit 653 Aufführungen. Die Auslastung von 98,7 Prozent nennt Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch "sensationell". Kempchen: "Wir waren durchweg in allen Produktionen erfolgreich." Er lobt das starke Spielerensemble. Es wird von Richard Baborka und Anna Wiesemeier verstärkt.

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