Über den Schauspieler

Christoph Letkowski (32) ist im Salzlandkreis aufgewachsen. Er studierte Schauspiel in Leipzig, danach hatte er Festengagements in Berlin (GRIPS Theater, Volksbühne).

Er spielt in der ZDF-Krimireihe "Nachtschicht" mit, war in mehreren "Tatorten" und weiteren Krimis (z.B. "Alarm für Cobra 11", "Ein Fall für Zwei") für zu sehen. In der Verfilmung von Charlotte Roches "Feuchtgebiete" spielte er die männliche Hauptrolle. (es)

Thale l Am Set sprach Letkowski mit Volksstimme-Redakteurin Elisa Sowieja.

Nach "Feuchtgebiete" drehen Sie jetzt wieder einen Kinderfilm. Da sind Ihre Eltern sicher beruhigt.
"Feuchtgebiete" war für sie kein Problem. Ich war, ehrlich gesagt, derjenige, der nicht unbedingt wollte, dass sie sich den Film anschauen. Trotzdem haben sie es heimlich getan. "Winnetous Sohn" wird bestimmt wieder ein Familienprogramm.

Sie spielen den Vater des Jungen Max. Erzählen Sie doch mal etwas über die beiden.
Max sieht die Welt als Indianer. Alle Menschen sind in seiner Wahrnehmung Figuren wie aus einem Westernfilm. Meine Frau und ich haben ihn so erzogen, und ich laufe auch nach wie vor wie ein Indianer herum. Damit versuche ich, das Bild zu erhalten, das aus einer Zeit stammt, zu der die Familie noch intakt war. Wir steigen in den Film ein, als die Eltern getrennt sind. Max und ich wünschen uns, dass diese alte, glückliche Familie wieder zusammenkommt. Und am Ende kommt alles anders.

Waren Sie als Kind auch Indianer-Fan?
Ja, aber ich wollte, ehrlich gesagt, immer lieber ein Cowboy sein. Ich bin auch im Kindergarten in Staßfurt meistens als Cowboy zum Fasching gegangen. Aber ich mag den Lebensstil der Indianer sehr gerne, das Naturverbundene.

Nur war der Cowboy cooler.
Er hatte einen Revolver und ,nen Hut. Aber zum Glück habe ich in diesem Film auch einen Hut auf.

Den Sheriff spielt Armin Rhode, mit dem Sie die Krimireihe "Nachtschicht" drehen. Wie war es, ihn hier zu treffen?
Wir fielen uns gleich in die Arme, und es kam uns so vor, als hätten wir uns viel zu lang nicht gesehen. Das erste, was wir gesagt haben, war: "Das wurde aber auch Zeit. Ich hab, mir schon Sorgen gemacht!"

Klingt nach Männerliebe.
Ja, vielleicht. Es ist vielleicht nicht aus Zufall der vierte Film, den wir schon zusammen drehen. Mit Uwe Ochsenknecht stand ich in diesem Jahr lustigerweise auch schon vor der Kamera, in "Zeit der Zimmerbrände". Mit Winnetou, Matthias Weidenhöfer, habe ich letztes Jahr den Bremer Tatort "Brüder" gedreht. Und Old Shatterhand ist ein Ex-Kommilitone von mir, der mittlerweile auf Rügen den Störtebeker spielt.

Dann ist das sogar eine Art Familientreffen.
Total, das ist echt lustig. Sogar die meisten aus dem Produktionsteam kenne ich von der Märchenverfilmung "Das blaue Licht".

Sie stammen aus Sachsen-Anhalt. Da sind Sie mit Ihren Eltern früher sicher mal im Harz gewandert.
Die Teufelsmauer ging es hoch und runter. Auf den Brocken und zur Burg Falkenstein sind wir oft gewandert, und zum Skifahren und Rodeln ging es im Winter auf den Wurmberg. Soll ich Ihnen an dieser Stelle eine kleine Führung durch den Harz geben?

Sehr gern! Zu meiner Linken...
Zu Ihrer Linken sehen Sie das Bodetal. Wir befinden uns hier auf dem Hexentanzplatz. Wer kennt nicht die Bodesage vom Ritter Bodo und seiner geliebten Kriemhild? Er weilt seither und bis in alle Ewigkeit als ein schwarzer, verzauberter Hund im Bodetal und beschützt die Krone seiner Geliebten.

Falls Sie mal keine Lust mehr auf Schauspielerei haben, können Sie definitiv Harz-Führer werden.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht.

Manche Bekanntheiten aus Sachsen-Anhalt halten mit ihrer Herkunft eher hinterm Berg. Wie ist das bei Ihnen?
Nach meiner Armeezeit fühlte sich das bei mir ähnlich an. Ich war als 18-Jähriger sehr froh darüber, wegzuziehen. Aber umso älter ich wurde, desto mehr habe ich mich wieder auf meine Herkunft besonnen und gesagt: Die Zeit, die du hier verbracht hast, hat den Burschen aus dir gemacht, der du jetzt bist. Heute sind mir meine Wurzeln unglaublich wichtig.

Sind Sie für Ihre Schauspielausbildung bewusst im Osten geblieben?
Das hat sich so ergeben. Ich war erst am Potsdamer Hans-Otto-Theater Elève, dann habe ich an der Leipziger Theaterhochschule vorgesprochen und wurde genommen. Sie hatte einen guten Ruf.

Sie haben schon mehrere Kinderfilme gedreht. Wo liegt für Sie der Reiz in diesem Genre?
Kinderfilme sind nicht nur Filme für Kinder. Auch jeder Erwachsene schaut sie gern. Schließlich waren wir alle mal Kinder. Diese Filme sind meistens reduziert auf ganz klare Ziele und Gefühle. Die kennt jeder Mensch, und daran erinnert sich jeder Mensch. Kindern verzeiht man komischerweise mehr als Erwachsenen. Vielleicht weil sie einen an sich selbst erinnern? Bei der Arbeit hier an "Winnetous Sohn" verschmelzen diese Grenzen. Das ist ein Geschenk.

Sie gehören nicht mehr zum festen Ensemble an der Volksbühne in Berlin. Ist das Kapitel Theater für Sie erledigt?
Auf keinen Fall. Bis heute spiele ich dort als Gast die "Spanische Fliege", einem sehr lustigen Stück. Theater ist für mich wie ein Kinderfilm im Superlativ.

In der Vergangenheit haben Sie in vielen Krimis mitgespielt. Hätten Sie Lust, "Tatort"-Kommissar zu werden?
Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass in Deutschland viele Krimis gedreht werden. Ich bin ja schon Doppelkommissar - bei der "Nachtschicht" und in einer neuen ZDF-Reihe mit Jürgen Vogel, die übrigens in Magdeburg gedreht wurde: "Die Lebenden und die Toten."

Aber im "Tatort" ermitteln Sie noch nicht.
Nein, sollte ich?

Zumindest scheint es derzeit in zu sein - siehe Til Schweiger.
Aber ist in gleich gut? Wobei ich finde, dass Til gutes Action-Kino macht. Der traut sich was. Ich war tatsächlich auch schon mal im Gespräch für einen "Tatort". Da fand ich die Geschichte um den Ermittler gut. Immer dann, wenn mich eine Geschichte überzeugt, sage ich "ja" zu einem Projekt.

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