Frankfurt/Main (dpa) l Zu Beginn ihrer Karriere vor zehn Jahren schwamm sie auf der "perfekten Welle". Seit der jüngsten Album-Veröffentlichung 2010 hat sich die Band Juli dagegen eher von den glatten Wogen treiben lassen. Es war lange still um die Musiker. Mit melodischen Gitarrenklängen nimmt das Gießener Quintett nun Kurs auf einen "kleinen Fleck im großen Meer", wie es in einem Song heißt. Ihrer neuen Lead-Single gaben sie den Namen "Insel" - ebenso wie ihrem vierten Album, das am 3. Oktober erscheint.

"In dem Song geht es darum, Frieden mit sich selbst zu schaffen und sich manchmal von Dingen zu lösen, wie eine gescheiterte Beziehung oder Dinge, die einen belasten", erklärt Gitarrist Simon Triebel das Lied "Insel". Für vier Jahre nahmen sich die Künstler eine kreative Pause, um sich "die Füße zu vertreten", wie es Eva Briegel formuliert. Heraus kam ein Album, das für die Musiker vor allem eines sein soll: "So sehr Juli, wie irgend möglich."

Ein Kutter, fünf Freunde und Zeit zum Treiben. Bei einem gemeinsamen Ausflug über die Gewässer Mecklenburg-Vorpommerns ließ sich Juli inspirieren. "Ein schönes Bild" sei dieses Treibenlassen gewesen, sagt Sängerin Briegel. "Das Boot bewegt sich, aber das Grundgerüst ist dasselbe." Mehr als das Gerüst ist vom Musikstil jedoch nicht stehen geblieben: Die Welle, die 2004 einschlug, hat sich geglättet. "Sphärische, schwebende Klänge" dominieren laut dem Management das Album, "Juli"-Fans müssen sich auf seichtere Stücke einstellen als bislang.

Älter geworden sind die Gießener Musiker ohne Zweifel, reifer auch. "Wir beschränken uns mehr auf das Wesentliche. Früher wollten wir jede Idee umsetzen und haben versucht, alles in einem Song unterzubringen, koste es, was es wolle", erinnert sich Gitarrist Jonas Pfetzing.

Mit Liedern wie "Perfekte Welle", "Geile Zeit" oder "Elektrisches Gefühl" landeten sie in den Charts auf den vorderen Rängen. Mit ihrem neuen Album "Insel" wollen sich Juli nun sogar selbst übertreffen.