Quedlinburg (dpa) l Ein gut aussehender Typ läuft mit einem Smartphone in der Hand eine schmale Straße entlang. Er schlendert, ein wenig genervt, ein wenig verträumt, aber flankiert von eigentümlichen Anwohnern, die ihn argwöhnisch beäugen. Es wird gekichert. "Und halt", ruft Marco Kreuzpaintner laut in die Gasse mit den pittoresken Häusern und dem groben Pflaster hinein. "Versuch mal, auf der Hälfte kurz zu verzögern", gibt der Regisseur ("Krabat") dem Schauspieler Tom Beck ("Schlussmacher") mit auf den Weg. "Und die Komparsen bitte alle hier rüber. Wir machen das jetzt mal ganz leer." Schnell ordnen sich die Statisten, dann geht Beck erneut seinen Weg durch die Fachwerkkulisse. Allein.

Kreuzpainter und sein Team drehen seit dem 29. September in Quedlinburg und Umgebung den Kinofilm "Landliebe - Willkommen in Kloppendorf" (Arbeitstitel). Eine romantische Komödie, die Ende 2015 in die Kinos kommen soll und mit einem Budget von 4,1 Millionen Euro produziert wird. "Quedlinburg wird zu Kloppendorf", sagt Produzent Clemens Schaeffer von der Firma NFP, die auch in Halle eine Niederlassung hat. Zwei Wochen mache man die Unesco-Welterbestadt im Harz und die Umgebung "unsicher", dann gehe es nach Berlin und ins Studio nach Babelsberg. "Die Stadt ist toll", sagt Schaeffer. "Hier können wir erzählen, was wir erzählen wollen."

Und das ist die Geschichte eines hippen, erfolgreichen Öko-Pärchens aus Berlin. Sam (Tom Beck) und Anna (Jessica Schwarz) sind urban geprägt vom Prenzlauer Berg und laufen ihrem Traum nach, auf dem platten Land glücklich zu werden. "Das ist der klassische Stadt-Land-Konflikt, in den die beiden geraten", sagt Schwarz ("Jesus liebt mich") über ihre Rolle. "Ich hab`s privat lieber gut gemischt. Leben in der Stadt und Urlaub auf dem Bauernhof. Das ist gut." Schauspielkollege Beck, der nach eigener Aussage in einem 600-Seelen-Kaff groß geworden ist, wäre gern der Dorfie. "Ich komm daher, deshalb müsste ich eigentlich einen Kloppendorfer spielen."

"Ich bin hier sozusagen der Integrationsbeauftragte."

Für das erfolgreiche Paar kommt es im Film, wie es kommen muss: In Kloppendorf herrschen eigene Gesetze. Und die macht vor allem der kauzige Allroundhandwerker und Dorfclan-Chef Volker Garms, gespielt von Uwe Ochsenknecht ("Das kleine Gespenst"). "Ich bin hier sozusagen der Integrationsbeauftragte", sagt er über seine Rolle, die ihn in grobe Stiefel, Arbeitsjacke und Hut schlüpfen lässt. Das Leben in dem Dorf ist von fröhlicher Distanzlosigkeit und überbordender Herzlichkeit geprägt. Die Bewohner sind klischeehaft gekleidet - hier passt nichts so recht zusammen. Hauptsache, die Geranien blühen in den Blumenkästen.

"Landliebe - Willkommen in Kloppendorf" erzählt vor allem von ländlicher Romantik, die dem (Ehe-)Leben des Berliner Öko-Elite-Paares neuen Schwung verleiht. "Wir wollen nicht zu viel verraten, aber es gibt ein Happy End", sagt Schaeffer.

Den Film produziert NFP in Co-Produktion mit Warner Bros. Film Productions Germany. Das Drehbuch schrieb Conni Lubek, hinter der Kamera steht Ueli Steiger (60, "The Day After Tomorrow", "Friendship!").