Magdeburg l In den USA als Land der technischen Innovationen gibt es seit über hundert Jahren festgeschriebene Verbindungen zwischen Musik und Elektrizität. Diese aufzudecken, klanglich erlebbar zu machen, ist das Ziel der diesjährigen Magdeburger Tage der elektroakustischen Musik (23. bis 26. Oktober).

Damit erfüllen sich die Festivalmacher einen lange gehegten Wunsch, denn "elektroakustische Musik zu präsentieren, wie wir es ja seit fünf Jahren tun und dann die USA als Ort der künstlerischen Pluralität außen vor zulassen, ist eigentlich unmöglich", erklärt Carsten Gerth vom Festival SinusTon.

Der Titel "Soundscape", lässt sich auf zwei Bedeutungsebenen übertragen. "Zum einen als Klanglandschaft und zum anderen als Landschaft aus Klängen", sagt Gerth. So zu entdecken im Kunstmuseum, wo der amerikanische Klangperformance- und Installationskünstler Douglas Henderson einen Raum in eine architektonisch gefasste Landschaft aus Klängen verwandeln wird. Die Klanginstallation ist im Kunstmuseum noch bis zum Ende des Jahres zu bestaunen.

Zum anderen spielt der Titel hinsichtlich der Klanglandschaften auf die vielen geografischen Hot-Spots der elektroakustischen Szene im Flächenland USA mit den jeweils unterschiedlichen Soundideen und Kunstkonzepten an.

Erstmals gibt es beim SinusTon-Festival einen "Composer in Residence" sowie einen "Artist in Residence". Mit dem Komponisten Christopher Dylan Bailey und dem Gitarristen Dan Lippel konnten zwei führende Vertreter der Szene gewonnen werden.

Carsten Gerth: "Das ist für uns neu, aber die Konsequenz der Entwicklung der letzten Jahre. Die Künstler sind über den Zeitraum des Festivals in Magdeburg anwesend. Eine große Ehre für uns und eine spannende Erfahrung für die Künstler und die Zuschauer gleichermaßen." Der Bostoner Komponist und der Gitarrist aus New York stellen ihre Arbeit jeweils mit Porträtkonzerten vor. Einer der Höhepunkte des Festivals wird die Uraufführung von Christopher Baileys im Auftrag von SinusTon entstandenen Klavierkonzert "Empty Theatre" mit dem Streicherorchester "unitedberlin" sein.

Ein besonderer Spielort ist das Gruson-Gewächshaus. Dort wird der Soundkünstler Knut Remond unter dem Titel "Tagaktiv" eine Klang-Raum-Installation inszenieren. Unterstützt wird er von den "ohrenhoch-Kids" aus Berlin/Neukölln, Schülern seiner Schule für elektroakustische Musik und Audio-Visuelle Kunst. Sie verwandeln die Hallen des Gewächshauses in einen Sound-Dschungel der bevölkert ist von selbstgebauten klingenden Fantasietieren.

Programm unter www.sinuston.org