Magdeburg l Der traditionsreiche Magdeburger Kantatenchor steht vor einer Premiere: Am 15. November werden 80 Sänger mit den Prager Philharmonikern in Magdeburg ein Konzert geben. Für die Vorproben reist Chorleiter Tobias Börngen heute nach Prag und wird dort bis Sonntag mit dem Sinfonieorchester der Moldau-Stadt für den gemeinsamen Auftritt mit seinem Kantatenchor proben. Die Prager Musiker werden zum ersten Mal zu Gast in Magdeburg sein.

Für das Konzert am Abend vor dem Volkstrauertag hat sich Börngen für Johannes Brahms (1833-1896, "Warum ist das Licht gegeben", eine vier- bis sechsstimmige Motette, und Sinfonie Nr. 3 in F-Dur) sowie das Requiem von Gabriel Fauré (1845-1922) entschieden - drei stark emotional wirkende Werke. "Unruhe, Angst und Sorgen", so sagt Börngen, "weichen in allen drei Stücken am Ende dem Frieden." Es ist ein Erinnern an die Kriegstoten, an die Opfer von Gewalt. Vor allem Faurés Werk nennt er eine Herausforderung, es sei schwieriger als Verdis und Mozarts Requiem. "Es ist klanglich sehr zerbrechlich, sehr sensibel." Der Chor probt bereits seit Wochen für das Konzert in der Pauluskirche. Solisten des Abends sind Stefanie Fels (Sopran) und Daniel Blumenschein (Bariton). Beginn ist um 19 Uhr.