Magdeburg l Die Bühne ist in die Farbe seiner Musik getaucht - Blau. Übergroße Gitarren links und rechts, ein kurzes Videointro, die Band erscheint und steigt mit "The last open road" vom Album "Santo Spirito Blues" sofort kraftvoll in den Abend ein. "Greatest Hits" stand auf dem Poster zum Konzert Chris Reas. Glücklicherweise bezog sich das eher auf die Lieblingssongs des Künstlers. Natürlich gab es "Josephine" und "Julia", als Zugabe auch "On the beach" und "Let´s dance" , die das Publikum frenetisch beklatschte, die aber musikalisch eher schwach waren im Vergleich zu den exzellenten Songs seiner Alben "Stony Road", "Santo Spirito Blues" oder "Blue Guitar", die im Mittelpunkt des Konzertabends standen.

2006 hatte der Gitarrist mit dem markanten Gitarrenton angekündigt, nicht mehr touren zu können. Sein Gesundheitszustand ließe das nicht zu. 2008 sei das wirklich letzte Konzert. Dann die Rückbesinnung auf den Blues, auch als Therapie, und jetzt steht er wieder auf der Bühne.

Weit entfernt von softer Kaufhausmusik

Das Live-Spielen mache ihm Spaß und tue ihm gut, erzählt Rea (63) vor wenigen Jahren in einem Interview. Ein Mann der vielen Worte an diesem Konzertabend ist er indes nicht - kein einziges Wort an das Publikum - er lässt seine Gitarren sprechen, und davon hat er viele. Reas Livesound ist angenehm weit entfernt von der soften Kaufhausmusik, für die er leider auch steht. Dass er die zu Hause gelassen hat, dafür einen herzlichen Dank. Die Songs seines Konzerts sind kantige Blues- und Rocksongs - "Wenn sich Schmerz und Musik treffen, dann wirst du wissen, woher der Blues kommt", singt er. Es ist die zentrale Botschaft seiner Musik, dem Musiker Rea geht es um Ehrlichkeit und Integrität.

Der Gitarrist reduzierte, was ihnen wirklich guttat, auch seine großen Hits auf das Notwendigste.

Musikalisch der Höhepunkt des Abends war der Titel "Somewhere Between Highway 61 49". Hier zeigt Rea, dass er den Blues nicht nur spielt, sondern auch wirklich versteht - die Mystik und Magie eines Robert Johnson oder die Spiritualität eines Reverent Gary Davis. Er ist ein wahrer Bluesman. Gut, einer mit Pophits, aber was soll´s. Der charismatische Sänger ist bei sich angekommen, und das merkt man jeder Note an, die er auf seiner Gitarre spielt. Am Ende des Abends schickt er das Publikum noch auf die "Road to hell" (sehr schön hier das Zitat vom Morricone Klassiker - "Spiel mir das Lied vom Tod") und dann mit "On the Beach" nach Hause. Am Ende bleibt ein gutes Konzert mit einem sympathischen Musiker, der nicht viel redet, aber trotzdem viel zu sagen hat.