Bernburg (bai) l Museen in Sachsen-Anhalt erforschen ihre Bestände seit den 90er Jahren kontinuierlich, sagt Susanne Kopp-Sievers, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt. Trotzdem lud der Verband am vergangenen Montag zur Fortbildung "Provenienzforschung - auch ein Thema für kleine Museen?", und 20 Museumsmitarbeiter kamen nach Bernburg. Denn auch wenn die Bestände in ostdeutschen Museen seit langem erforscht werden, sind nicht alle Herkunftsfragen geklärt.

"Es geht nicht nur um Bestände, die zwischen 1933 und 1945 in die Museen kamen. Sondern auch um das, was danach gesammelt wurde", sagt Kopp-Sievers und verweist auf fehlende Forschungen in Stadt- und Schulbibliotheken. Außerdem werde in der öffentlichen Debatte immer nur über teure Kunstwerke gesprochen. Doch auch die Herkunft von Alltagsgegenständen, einer Silberschale oder eines Schrankes, müsse erforscht werden.

Außerdem fordert Kopp-Sievers vom Land mehr Interesse am Thema Provenienzforschung: "Das Land muss sich stärker bei diesem Thema engagieren." Noch nie sei Provenienzforschung im Landtag Thema gewesen.