Dessau-Roßlau l Die 16-jährige Johanna Müller aus Halle/Saale und die 14-jährige Charlotte Thiele aus Dresden erspielten sich die 1. Preise beim 8. Violin-Förderwettbewerb der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Der zweitägige Wettbewerb fand am Wochenende am Anhaltischen Theater Dessau statt und ging am Sonntagnachmittag mit dem Preisträgerkonzert im Foyer des Großen Hauses zu Ende. Zum dritten Mal wurde der alle zwei Jahre stattfindende Wettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Theater und der Kurt-Weill-Gesellschaft in Dessau ausgetragen.

Elf Geigerinnen und zwei Geiger im Alter zwischen zwölf und 20 Jahren aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt traten an, um sich ihre "Traumgeige" zu erspielen. Es gibt, so Patricia Werner von der Geschäftsführung der Stiftung, 15 Meistergeigen zu gewinnen, "aus denen jeder Preisträger die zu ihm p assende auswählen und für zwei Jahre ausleihen kann". Denn: Jeder gute Musiker, insbesondere jeder begabte Nachwuchsgeiger, brauche ein gutes Instrument. Dass alle Geigen von jungen erfolgreichen ostdeutschen Geigenbauern hergestellt wurden, ist eine weitere bemerkenswerte Besonderheit mit ebenfalls Fördercharakter.

Die Teilnehmer, die in drei Altersgruppen gewertet wurden, hatten jeweils ein Programm aus drei Werken unterschiedlicher Epochen vorzubereiten. Eine hochkarätige Jury, zu der erstmals auch der Dessauer GMD Antony Hermus gehörte, entschied über die Zulassung zum Wettbewerb, beurteilte die Leistungen und befand über die Vergabe der Preise.

Spannung herrschte am Sonntagnachmittag im festlichen Foyer des Dessauer Theaters. Sechs Namen standen auf dem Preisträger-Programm, doch (noch) keine Wertung. Vor einem begeisterten Publikum trugen die jungen Musikerinnen Ausschnitte aus ihrem Wettbewerbsprogrammen vor. Paula Borggrefe (14), Halle/Saale, wurde mit Platz 2, Johanna Schultze (18), Leipzig, mit Platz 3, Hilde Jentsch (12), Schkopau, mit Platz 4 sowie Clara Shizuko Heise Frankfurt/Oder, mit Platz 5 geehrt.

Die beiden letzten Auftritte bestritten die 1. Preisträgerinnen Johanna Müller mit Werken von Szymanowski und Tschaikowski sowie Charlotte Thiele mit "Carmen"- Fantasien von Franz Drdla. Beide erhielten zusätzlich den Sonderpreis des Anhaltischen Theaters - einen Soloauftritt mit der Anhaltischen Philharmonie Dessau.