Allstedt/Magdeburg (epd) l Die Dauerausstellung über den Reformator und Bauernführer Thomas Müntzer in Allstedt im Süden Sachsen-Anhalts ist neu gestaltet und erweitert worden. Die Schau "1523 - Thomas Müntzer. Ein Knecht Gottes" widmet sich vor allem seiner Gottesdienstreform, teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag in Magdeburg mit. Die Schau wird am heutigen Freitagabend eröffnet. Ein weiteres Kernthema sei die berühmte Fürstenpredigt, die Müntzer 1524 in Allstedt hielt.

Die überregional bedeutsame Ausstellung im Museum Burg und Schloss Allstedt sei mit Blick auf das 500. Reformationsjubiläum 2017 neu konzipiert worden, betonte das Ministerium.

Gefördert wurde das Vorhaben von Bund, Land und Ostdeutscher Sparkassenstiftung. Der Museumsleitung zufolge hat sich die Anzahl der Exponate in der Schau gegenüber dem Vorgänger auf rund 100 mehr als verdoppelt. Burg und Schloss Allstedt sind Teil der kulturtouristischen Route Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt.

Gezeigt werden unter anderem im Original die Fürstenpredigt Müntzers, eine Ablass-truhe aus dem 14. Jahrhundert sowie spätgotische Skulpturen und eine Kanzel vomn Ende des 16. Jahrhunderts.

In der Fürstenpredigt hatte Müntzer die weltliche und geistliche Obrigkeit und deren mangelnde Reformfähigkeit angeprangert. Zudem sprach er dem einfachen Volk das Recht zum Widerstand zu. Thomas Müntzer (um 1489-1525) hielt 1523 als erster Reformator in Allstedt einen Gottesdienst komplett in deutscher Sprache. Er hatte sich zunächst 1517 in Wittenberg der frühreformatorischen Bewegung um Martin Luther (1483-1546) angeschlossen, dann aber eine eigenständige und radikalisierende Theologie entwickelt. Als Anführer des Bauernkrieges wurde Müntzer 1525 bei Mühlhausen öffentlich hingerichtet.