Magdeburg l Magdeburg gehört seit Beginn an zu den Hochburgen der Revolverhelden. Bereits 2005 gaben sie ihr erstes ausverkauftes Konzert hier; damals noch in der Factory. Den Veranstaltungsort erwähnte Frontmann Johannes Strate auch diesmal mehrfach, offenbar ist er ihnen sehr ans Herz gewachsen.

Am Freitagabend allerdings war die Halle bereits anderweitig ausgebucht, ebenso die Stadthalle (mit den Chippendales) sowie die Getec-Arena (Holiday on Ice). Beides hätten die Helden wohl füllen können. Der Andrang auf die Tickets war groß, das Konzert im AMO innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Die Fans kamen aus vielen Teilen Sachsen-Anhalts und zahlreich auch aus Niedersachsen, wie die Autokennzeichen in der Schlange der Parkplatzsuchenden verrieten: Wolfsburg, Wolfenbüttel, Gifhorn, Hannover ... Es waren Fans jeden Alters: vom (Grund-)Schulkind bis zu den über 50-Jährigen.

Den Start in den Abend übernahmen allerdings "Stereotide", eine junge Band aus Nürnberg. Sie boten rund eine halbe Stunde lang gediegene Rockmusik. Herausstechend einzig "Beautiful Lie", das auch als Single veröffenticht wurde. An der Bühnenpräsentation müssen sie noch etwas feilen. Doch wie es geht, können sie bei dieser Tour vom Hauptact lernen.

Der startete 21 Uhr mit dem Titelsong des aktuellen Albums "Immer in Bewegung".

Perfekt, wie Johannes Strate die Fans einbezieht, lokale Verbindung herstellt, plaudert aus seinen Erinnerungen über Magdeburg. Einzig bei der Frage, wann die Helden zuletzt in der Stadt waren, musste der Frontmann sich korrigieren lassen. Es war vor drei Jahren, bei Klassik meets Rock im Elbauenpark (Alte Meister, Neue Helden).

Band schafft Wohnzimmer-Atmosphäre

Spätestens mit dem dritten Lied hatte Johannes Strate die Halle fest im Griff. Dafür reichten vier Worte: "Ich kenne diese Tage". Hatte es nach den ersten Titeln Applaus gegeben, so folgte nun Jubel, die Hände flogen hoch, schwangen im Rhythmus der Melodie und der Fanchor sang: "Ich werd´ die Welt verändern".

Dann Hit auf Hit: Das kann uns keiner nehmen. Sommer in Schweden. Halt dich an mir fest. Die Welt steht still. Worte, die bleiben. Allesamt Lieder, die bleiben, die eingängig sind, melodiös, sinnlich und mit einer Präsenz geboten, die unter die Haut geht. Doch die Helden können immer noch einen draufsetzen: Sie schufen Wohnzimmer-Atmosphäre und holten zwei junge Mädchen auf die Bühne, die erstmals beim Konzert waren. Zwischen den Musikern sitzend erlebten sie die akustische Variante der "Spinner" samt Fanchor aus hunderten Stimmen. Für die Konzertneulinge garantiert ein unvergessliches Erlebnis.

Unvergesslich auch für die Fans in den hinteren Reihen, als die Revolverhelden zur Zugabe plötzlich bei ihnen erscheinen, auch wenn sie singen "Deine Nähe tut mir weh". Unzählige Handys werden gezückt, wie früher die Feuerzeuge, in besonders schönen Konzertmomenten. Wie auch bei "Ich lass für dich das Licht an", einer der gelungensten Balladen der Band. Damit sind sie übrigens in der Kategorie Beste Single für die Live 1 Krone nominiert, was Johannes Strate nicht unerwähnt ließ. Abgestimmt werden kann bis 4. Dezember unter www.einslive.de/krone/voting.

Er dankte im Namen der Band allen Fans, die zum bisherigen Erfolg beigetragen haben - ob beim Bundessongcontest oder für den Best German Act bei den MTV Europe Awards in Glasgow. Als Dankeschön verschenken sie die Live-Version der "Spinner" als Download.

Revolverheld boten in Magdeburg einen unvergesslichen Abend mit ihren eingängigen Liedern, einer starken Bühnenpräsenz und enormer Spielfreude. Nach Zugaben "Lass uns geh´n" und "Freunde bleiben" traten die Fans beschwingt den Heimweg an.

Revolverheld bleiben in Bewegung. Noch bis Sommer 2015 touren sie durchs Land. Ihr Finale wollen die Musiker als besonderes Highlight in ihrer Heimat erleben: am 19. August in Hamburg (Trabrennbahn).