Berlin (dpa) l Wer sagt denn, dass Weihnachten immer nur beschaulich sein muss? Das stille Fest kann manchmal auch mörderisch sein. Zum Beispiel bei dem Grusel-Spezialisten Sebastian Fitzek. In seiner Weihnachtsgeschichte treibt an Heiligabend ein Mörder sein Unwesen. Er lockt Frauen mit manipulierten Navigationsgeräten in einsame Wälder. Das Buch "Der letzte Glühwein" versammelt eine Reihe krimineller Weihnachtsgeschichten bekannter Autoren. Bei Fred Vargas etwa wird Weihnachten zur "Nacht der Barbaren". Zwei Pariser Polizisten versuchen, den Mord an einer Frau aufzuklären, die jemand in die Seine gestürzt hat. Ein Mord ohne Zeugen, denn zu Weihnachten verkriecht sich jeder bekanntlich am liebsten zu Hause.

Auch für Kommissar Wallander in Henning Mankells "Der Mann mit der Maske" wird der Heiligabend äußerst ungemütlich. Er entdeckt die Leiche einer Ladenbesitzerin und gerät plötzlich in einen tödlichen Konflikt mit dem ertappten Mörder.

Auch ohne Mord und Totschlag geht es Weihnachten oft turbulent genug zu. "Die schönsten Weihnachtskatastrophen" versammelt der Band "Heiliger Bimbam". Was fällt zum Beispiel einem Ladendieb ein, dem das nötige Kleingeld fehlt, um seiner Freundin etwas zum Fest zu kaufen? Klar: Er stiehlt die Geschenke. Brian, der Held in Jussi Adler-Olsens Geschichte "Kredit für den Weihnachtsmann", kommt dabei auf die vermeintlich geniale Idee, als getarnter Weihnachtsmann in einem Kaufhaus ein paar elegante Dessous mitgehen zu lassen. Bald stellt er fest, dass er nicht der einzige Weihnachtsmann ist. Es kommt zu einem wüsten Durcheinander.

Auch in Dora Heldts Geschichte "Ein Weihnachtsjob" spielt ein Weihnachtsmann eine herausragende Rolle. Diesmal geht es um einen entlaufenen Hund, der im Weihnachtstrubel der Stadt spurlos verschwunden ist. Der Band enthält zudem Weihnachtsgeschichten unter anderem von Siegfried Lenz, Truman Capote und Jonathan Franzen.

Das Buch "Weihnachtsherzen" bietet berührende, amüsante und nachdenkliche Geschichten deutscher und internationaler Bestsellerautoren wie Nina George, Janne Mommsen oder Lauren Willig. In "Das Glasmesser" etwa erzählt Nina George wieder von ihrem bezaubernden Buchhändler Jean Perdu ("Das Lavendelzimmer"). Vor den Zumutungen unbedarfter Kunden, die kurz vor Heiligabend noch auf der verzweifelten Suche nach einem Buch für die Schwiegermutter sind, rettet er sich in das Reich der Fantasie. Dort begegnet er seinen liebsten Romanfiguren aus Werken der Weltliteratur. Eine märchenhaft schöne Weihnachtsgeschichte.

Wer gern zu einem Klassiker greift, dem sei Erich Kästners "Interview mit dem Weihnachtsmann" empfohlen. Seine Weihnachtsgeschichten und -gedichte beschäftigen sich mit Ehemännern, die die Geschenke vergessen haben, sowie dem Problem der "Bescherungsgerechtigkeit" und anderen zeitlosen Themen rund um das Fest.