Magdeburg l Das Magdeburger Konservatorium "Georg Philipp Telemann" hat am Dienstag zum traditionellen Adventskonzert zugunsten von Unicef ins AMO Kultur- und Kongresshaus der Landeshauptstadt eingeladen. Zum Jugendsinfonierorchester unter Leitung des Komponisten Bernhard Schneyer gesellte sich das Große Streichorchester unter Leitung der Cellistin Magdalena Engel.

Ein großes Ereignis: Hier stellten rund 120 junge Musiker vor 500 Besuchern ihre hohe Kunst des orchestralen Zusammenspiels unter Beweis. Hier traf sich die Magdeburger Elite des musikalischen Nachwuchses. Vor den kritischen Ohren von Lehrern, Eltern, Großeltern und Freunden, die allesamt ihren Anteil am großen Erfolg haben. Sei es durch die musikalische Ausbildung am Konservatorium, durch Ermunterung zu unermüdlicher Probenarbeit zu Hause oder unzählige Handreichungen in der Familie. Man erlebte diese positiven Einflüsse im Konzert auf schönste Weise.

Den Streichern bahnten die Lehrerinnen und die Dirigentin mit dem Stimmen der Instrumente den Weg. Jüngste Spielerin war eine kleine Cellistin. Sie saß auf dem Stuhl, ihre Beine berührten kaum den Boden. Aber die Finger ihrer Griffhand zauberten schon ein passables Vibrato hervor.

Das musikalische Fest wurde mit Rameaus barocker Tanzsuite eröffnet. Ausschnitte aus Alan Menkens "The Beauty And The Beast" zauberten den Broadway-Erfolg auf die Bühne; eine Suite mit Filmmusik von Howard Blake aus "The Snowman" brachte winterlichen Märchenzauber. Magdalena Engel zügelte mit ihrem energischen Dirigat den kribbligen Ameisenhaufen des Streichorchesters. Freude und Stolz bei allen Mitwirkenden und Mitfiebernden.

Das 70-köpfige Jugendsinfonieorchester hatte sich diesmal wesentlich auf Klassik größter Schwierigkeit kapriziert - auf Beethovens "Coriolan"-Ouvertüre, auf die zauberhafte "Rhapsodie d`Auvergne" von Camille Saint-Saëns mit der grandiosen Pianistin Toni Pohl und auf Tschaikowskis Genie-Jugendstreich - die Fantasie-Ouvertüre "Romeo und Julia" im Arrangement von Jerry Brubaker. Dazu kam Filmmusik von Harry Gregson-Williams aus den "Chroniken von Narnia". Das Orchester liebt diese gewaltigen Anläufe, die Bläser-Power, die am liebsten alles wegpustet, die effektvollen Klänge, die Tutti-Gewalt!

Für "Romeo und Julia" bat Dirigent Schneyer weitere 27 ehemalige Mitspieler des Jugendsinfonieorchesters aufs Podium. Die Orchestergeschichte begann nämlich schon 1968 unter Leitung von Oberstudienrat Günter Bust, der das Schulorchester an der Telemann-Bezirksmusikschule aus der Taufe hob. Damit wurde ein fast 50-jähriger Kontinuitäts-Spannungsbogen in der riesigen sinfonischen Besetzung sichtbar. Schneyer fuhr vier Harfen auf - gegenüber 2013 eine Steigerung um 25 Prozent.

Für den stürmischen Applaus hatte er keine Zugabe parat. Also eine Wiederholung ab Takt 132. Er hätte getrost die ganze Ouvertüre wiederholen können - so groß war der Jubel!