Riga (dpa) l Der deutsche Regisseur Marc Bauder ist in Lettland für seine Banker-Doku "Master of the Universe" mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden.

Herr Bauder, was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?
Marc Bauder:
Es ist die größte Ehre, die man bekommen kann als Filmemacher. Auch allein schon die Nominierung - wenn man sich anschaut, was für eine hohe Qualität an anderen Dokumentarfilmen gerade existiert in Europa. Es ist einfach unvorstellbar, dass man am Schluss dann auch noch diesen Preis kriegt.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Haben Sie schon neue Filmideen?
Wir machen als nächstes einen Spielfilm. Er spielt in dem gleichen Milieu, ist aber eine fiktionale Verarbeitung von den zunehmenden Suiziden unter Investmentbankern oder in der Finanzindustrie. Das ist eine Zusammenarbeit wieder mit dem Hessischen Rundfunk und der ARD. Er wird im Herbst 2015 gedreht.

Was ist Ihre Motivation, sich immer wieder mit der Finanzwelt auseinanderzusetzen?
Ich bin kein Spezialist für Finanzen. Ich bin aber jemand, der verstehen will, was mit unserer Gesellschaft passiert und wie sich eine Gesellschaft verändert. Und um das zu verstehen, muss ich mich mit den treibenden Motoren der gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigen - und das sind Unternehmensberater, das sind Politiker, das sind Investmentbanker. Man muss das Ganze demystifizieren, um wirkliche Veränderungen herbeizuführen.

Denken Sie, dass "Master of the Universe" bereits etwas verändert hat?
Ich glaube, er hat - auch speziell der Protagonist Rainer Voss - zumindest es geschafft, den Leuten ein bisschen die Angst und den Respekt zu nehmen. Und eben das Demystifizieren, dass man auch dahinter schaut und vielleicht merkt, (...) es sind wenige Menschen, die einen hohen Einfluss auf uns haben.