Magdeburg l Auf der Magdeburger Getec-Bühne steht am 30. Januar auch ein Mann mit gutem Gedächtnis: DJ Ötzi, alias Gerry Friedle. So sieht es zumindest im Volksstimme-Interview aus, als er über seine Fans plaudert. "Bei der letzten Autogrammstunde in Magdeburg sind so viele Leute gekommen", schwärmt er da. Bei ellenlangen Touren merkt sich Friedle tatsächlich, wie die Resonanz in welcher Stadt ist? "Absolut", versichert er.

Obwohl Friedle seit 1999 zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Musikern gehört, lernte er das Leben auch von seiner Schattenseite kennen: Er litt an Depressionen. Über negative Erfahrungen ist er im Nachhinein auch ein Stück weit froh: "Es ist wichtig, nicht nur Erfolge im Leben zu haben", erklärt er. "Oft muss man eher dankbar sein, wenn man Negatives erlebt hat und dann wieder zurück ins Leben findet. Ich war oft und viel krank. Jetzt freut es mich umso mehr, dass ich Musik machen kann." Heute sei er "wunschlos glücklich." "Mir ist wichtig, dass meine Lieben und ich gesund sind. Alles andere ist zweitrangig." Und so, sagt er, habe er sich auch nie über Kritik aus den Medien geärgert - nicht einmal 2003, als sich alle deutschen Musiksender weigerten, seinen Nummer-Eins-Hit "Burger Dance" zu spielen, in dem er Fastfood-Ketten aufzählt. Beim Publikum, denkt er, komme Partymusik heute besser an denn je: "Das ist alles salonfähiger geworden."