Dresden (dpa) l Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben in den vergangenen Jahren mehr als 5500 Stücke aus ihren Museen an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben. Dazu gehören nach Angaben von Generaldirektor Hartwig Fischer etwa 410 Objekte der sogenannten NS-Raubkunst, die an zehn Familien restituiert wurden. Auch gut 5100 Werke aus dem Komplex des DDR-Unrechts gingen nach genauer Prüfung an die früheren Eigentümer. Der Freistaat finanziert seit 2008 das Projekt "Daphne", um Herkunft und Geschichte der SKD-Bestände zu analysieren.

Die 14 Einrichtungen der Kunstsammlungen verwahren rund 1,2 Millionen Kunstwerke - von Gemälden über Preziosen und Möbel bis zu Waffen, Porzellan und Volkskunst.

Mit den Ethnographischen Sammlungen gelangten 2010 zusätzlich rund 300000 Objekte und weit über 500000 Dokumente in den Bestand des Museumsverbundes. Bei ihrer möglichst schnellen Erschließung sollen Forschungsprogramme helfen. "Die Provenienzrecherche ist noch längst nicht abgeschlossen", sagte Fischer. Neben weiteren Abklärungen zur NS-Raubkunst aus jüdischem Besitz laufen Recherchen zu der Kunst, die unter sowjetischer Besatzung nach 1945 und in der DDR entzogen wurde.

Mit dem "Daphne"-Projekt klären die SKD die Herkunft ihrer Erwerbungen seit 1933 und erfassen den Bestand ihrer Museen elektronisch. Mit Unterzeichnung der "Washingtoner Erklärung" hatte sich Deutschland zur Herausgabe von Kunstgegenständen verpflichtet, die von den Nazis beschlagnahmt wurden.