Magdeburg (gw) l "Danke, Udo: Das war super!" titelte die Volksstimme am 13. Januar 1990. Am Abend zuvor hatten 3000 Fans die deutsche Rocklegende Udo Lindenberg in der Stadthalle mit "Udo, Udo!"-Rufen gefeiert. Mehr als 2500 Fans verfolgten vor der Halle das Konzert - auf einem riesigen Videobildschirm. Damals sagte der Panik-Rocker: "Alle DDR-Konzerte haben eine unheimliche Masse Emotionen gebracht. In Magdeburg standen mir mehrfach Tränen in den Augen und ich bekam butterweiche Knie."

Keine zwei Monate nach dem Mauerfall hatte sich Udo Lindenberg in den Osten aufgemacht, dorthin, wo er immer singen wollte, aber nur einmal auftreten durfte - 1983 im Palast der Republik. 1990 also endlich Suhl, Leipzig, Erfurt, Rostock, Magdeburg. Seine erste Tournee durch die DDR begann am 6. Januar in der "Stadthalle der Freundschaft" in Suhl. 3000 Fans waren gekommen. Jubel, Freude, Tränen in den Augen. Und überall auf der Tournee glichen sich die Bilder: Wenn Lindenberg zusammen mit der DDR-Rocksängerin Ina Morgenweck den legendären Song "Mädchen aus Ostberlin" sang, stimmte der ganze Saal mit ein. Dann waren der Sänger und seine Fans vereint in einem Meer von Wunderkerzen und Feuerzeugen. Heute nennt der Panik-Rocker die Tournee "ein rauschendes Fest, wahrscheinlich die schönste Party meines Lebens".

Eine 90-minütige Dokumentation von Falko Korth erzählt am Sonntag ab 20.15 Uhr im MDR die bewegende und tränenreiche Tournee nach. Für den Film "Panische Zeiten! Udo Lindenberg rockt den Osten" ist der Musiker noch einmal in die thüringische Stadt gefahren und hat dort Fans getroffen. Der Film, so teilt der Sender mit, zeige aber nicht nur Ausschnitte der ersten DDR-Tour, sondern auch vom Stadionkonzert 2014 in Leipzig und vom Auftritt am Brandenburger Tor am 9. November 2014, als er erstmals nach 25 Jahren wieder auf seine damalige Duettpartnerin Ina Morgenweck traf.

Die Doku läuft am 11. Januar um 20.15 Uhr im MDR.

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