Eine Auswahl der geplanten Sendungen
Das Erste: 25. Januar, 21.45 Uhr:
"Günther Jauch" plant ein Gespräch mit Auschwitz-Überlebenden. 26. Januar, 22.45 Uhr: Die Story im Ersten "Ich fahre nach Auschwitz", 26. Januar, 23.30 Uhr: "Night Will Fall"

WDR: 22. Januar, 23.15 Uhr: "Pizza in Auschwitz" und "Die lange Nacht der Erinnerung" vom 27. Januar auf den 28. Januar ab 23.15 Uhr mit "Vom Wunder des Überlebens" und "Geboren im KZ"

MDR: 27. Januar, 20.45 Uhr: "Topf Söhne" über die Krematoriumsöfen der Erfurter Firma

Phoenix: Thementag am 27. Januar mit Übertragung der Gedenkveranstaltung im Bundestag ab 9 Uhr

ZDF: 27. Januar, 22.15 Uhr: Die Dokumentation "Mit dem Mut der Verzweiflung" schildert das Schicksal von Menschen, die trotz ständiger Todesgefahr in der Hölle der Mordmaschinerie Mut bewiesen, sich für andere opferten.

ZDFinfo zeigt weitere Folgen der achtteiligen Geschichtsreihe "Die Wahrheit über den Holocaust" . Die 45-minütigen Folgen fünf bis acht ("Deportation", "Untergang", "Gerechtigkeit", "Verdrängung") sind am 16. Januar ab 20.15 Uhr zu sehen.

Arte: 13. Januar: Dokumentation "Frühjahr 45" um 20.15 Uhr, "Night Will Fall" 21.45 Uhr, "Sonderkommando Auschwitz-Birkenau" 23.05 Uhr, "Die Auschwitz-Ärzte des Todes" um 1.20 Uhr; 25. Januar: "Nie wieder Theresienstadt! Die Kinderoper Brunibar", 17.35 Uhr, Musikdoku "Die Roma und Sinti Philharmoniker" 23.35 Uhr; am 26. Januar "Numbered" um 23.55 Uhr.

Magdeburg l Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen. Mit den Soldaten der vorrückenden Alliierten kamen auch Kameramänner in die befreiten Konzentrationslager. Sie hielten das unfassbare Grauen filmisch fest. Leichenberge, ausgemergelte Gesichter, sterbenskranke Menschen, Kinder hinter Stacheldraht, die ihre dünnen Ärmchen mit der eintätowierten Nummer Richtung Kamera halten. "Obwohl sie (die Kameramänner, d.R.) alle für die Armee gearbeitet hatten und Kriegsszenen gewöhnt waren, war das, was sie in den Konzentrationslagern vorfanden, mit nichts vergleichbar", sagte der englische Regisseur André Singer in einem im Arte-Magazin veröffentlichten Interview.

Singer, der Hunderte von Dokumentarfilmen produzierte, ist auf verschollen geglaubtes Filmmaterial von einst gestoßen. Es handelte sich um ein britisches Filmprojekt von Sidney Bernstein, für dessen Umsetzung renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock und Billy Wilder gewonnen werden konnten. Es sollte ein Lehrfilm für die deutsche Bevölkerung entstehen. Es ging ums Dokumentieren der Verbrechen, auch darum, die deutsche Bevölkerung mit der Vernichtungspolitik des Naziregimes zu konfrontieren. Während ein Film der Amerikaner fertiggestellt worden war, wurde der britische Film von Hitchcock nicht zu Ende geführt.

Singer spricht in dem Arte-Magazin-Interview von der Veränderung der damaligen politischen Situation. Wiederaufbaupläne für die westdeutschen Sektoren standen an. "Den Briten war wichtig, dass die Deutschen in ihrer Besatzungszone beim Wiederaufbau halfen. Anstatt ihnen einen Film zu zeigen, der sich mit ihrer Schuld auseinandersetzte, wollten sie ihnen Mut machen", wird der englische Filmemacher zitiert. Das Ergebnis: Filmrollen landeten in Archiven. Hitchcocks Arbeit blieb unvollendet.

Der Berlinale folgt die Erstausstrahlung

Fast 70 Jahre später hatte sich André Singer der Geschichte dieses Films angenommen, ungesehene Bilder gesichtet, die Grauen-Bilder neu aufbereitet, Museen kontaktiert und Zeitzeugen gesucht. Unter seiner Regie entstand "Night Will Fall - Hitchcocks Lehrfilm für die Deutschen", eine internationale Koproduktion von MDR/NDR/Arte, Spring Fims, Angel TV und Ratpac Documentary Films. Auf der Berlinale im vergangenen Jahr wurde sie erstmals öffentlich in Deutschland vorgestellt.

Am 13. Januar (21.45 Uhr) zeigt der Sender Arte in einer Erstausstrahlung diesen Dokumentarstreifen über die Wiederherstellung des Hitchcock-Filmes. Durch einstige Lagerinsassen, Soldaten und die vor Ort tätigen Kameramänner wird auch die Befreiung der Konzentrationslager rekonstruiert. Die ARD wird "Night Will Fall" am 26. Januar um 23.30 Uhr ausstrahen.

Im Vernichtungslager Auschwitz haben die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen ermordet - sie wurden vergast, für brutale medizinische Versuche missbraucht, sie starben an Krankheiten, Unterernährung, Folter. Das Lager wurde am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit.

Der Jahrestag dieser Befreiung wurde 1996 auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 haben die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erklärt. Zum 70. Jahrestag thematisieren viele Fernsehsender den Holocaust.

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