Moskau (dpa) l Theater- und Fernsehschauspieler Lars Eidinger (38) steht derzeit als letzter russischer Zar vor der Kamera. In "Matilda" von Regisseur Alexej Utschitel verkörpert er den 1917 ermordeten Nikolaus II. "Ich kann kein Wort Russisch, allerdings musste ich das Glaubensbekenntnis auf Altrussisch sagen - vor 500 Statisten", sagte Eidinger der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. "Das Auswendiglernen war eine wahnsinnige Strapaze, aber es hat funktioniert. Es gab Applaus, und das hat mich glücklich gemacht."

Der Film erzählt die Geschichte der berühmten Primaballerina Matilda Kschessinskaja (1872-1971). Bis zur geplanten Premiere 2016 will der russische Filmregisseur geheim halten, wer die schillernde Figur mit Liebesaffären bis ins Zarenhaus der Romanows verkörpert.

"Ich beneide Tänzer und Sänger oft darum, dass sie international unabhängig arbeiten können. Als Schauspieler ist man sehr an die Sprache gebunden. Ich freue mich, wenn das funktioniert und Leute sagen: Ich verstehe dich", sagte Eidinger. Der 38-Jährige, der zum Ensemble der Berliner Schaubühne gehört, schwimmt auf einer Erfolgswelle. Mit den Stars Juliette Binoche und Kristen Stewart hat er den Film "Die Wolken von Sils Maria" abgedreht, davor gab es den Grimme-Preis für "Grenzgang" sowie Rollen im "Tatort" und im "Polizeiruf 110".