Magdeburg l Jochen P. Heite sah die Porträtfotografien von Elisabeth Heinemann und entdeckte in den Bildern, die oft vor schwarzem Hintergrund aufgenommen wurden, sofort ein Gestaltungsprinzip. Dem folgt er in seiner Arbeit als Bühnenbildner ebenfalls. Das "der dunkle Raum, präsentiert den König am besten" -Prinzip nennt er es.

Heinemann, die Meisterin der Schwarz-Weiß-Fotografie folgt eben jenem Prinzip - allerdings auf ihre Weise. "Durch meine dunklen Hintergründe, reduziert sich das Bildobjekt auf das Wesentliche." Und das ist eben genau auch eine Stärke der Porträts der Fotografin - sie brauchen die große Inszenierung, das erklärende Accessoire nicht. Unnötiges wird vernachlässigt, verschwindet im dunklen Hintergrund. Zu sehen ist nur das Wichtige, nämlich der Porträtierte.

Der Dialog der Fotografin mit dem Fotografierten, als Subtext der Bilder ist eine weitere Deutungsebene der Arbeit von Elisabeth Heinemann. Eine, die sich dem Betrachter aber nur erschließt, wenn er über das eigentliche Erstaunen ob der Qualität der Fotografien bereit ist, hinaus zu sehen.

Jochen P. Heites Schaffen steht seit jeher im Kontext der gedeckten Farben. Im Laufe seiner künstlerischen Progression führte es ihn allerdings immer mehr, erst zu dunkleren Farben und schließlich zum Absoluten - zum Schwarz. "Allerdings nicht als gesellschaftliche Reflexion, sondern mehr aus Sympathiegründen" erklärt er.

Seine Mischtechniken aus Graphit, Öl, Kreiden und Acryl sind indes nicht einfach nur schwarze Flächen. Vielmehr fordern sie vom Beobachter den zweiten Blick und die Bewegung vor dem Bild. Denn je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel werden die geometrischen Formen, floralen Strukturen, die Brüche und Aufspaltungen der dunklen Flächen auf der Leinwand überhaupt erst sichtbar. Ähnlich wie bei Heinemann ist der Dialog des Betrachters mit dem Kunstwerk unverzichtbare Voraussetzung zur Dechiffrierung der Arbeiten.

Mit ihrem gemeinsamen Ausstellungsprojekt "Porträt auf Schwarz" setzten die beiden Künstler ihr Schaffen nun in den Kontext einer Ausstellung. "Ein bisschen wie flirten und heiraten", sei das, erklären sie, eine vorsichtige Annäherung der Künstler und ihrer Kunst.

Dabei funktionieren die Bilder der Ausstellung solo genauso wie in der Verbindung. Das Zusammensetzen der Bilder, die "Porträts auf das Schwarze" zu bringen ist allerdings ein Gedankenspiel, das die beiden Künstler gerne dem Betrachter überlassen wollen. Sie sehen ihre Hängung lediglich als Angebot an die Besucher. "Porträt auf Schwarz" in der Galerie Süd ist eine Exposition des Entdeckens, des Entdeckens von Zusammenspiel und Differenz, von Nähe und Abstand genauso wie von der Vielfalt des absolut determinierten Begriffes Schwarz.

"Porträt auf Schwarz", Galerie Süd (Feuerwache) Magdeburg, dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.