Magdeburg l Mit dem Schwung des Zillertaler Hochzeitsmarschs beginnt das Programm, der Wirbel auf der Bühne setzt ein. Das Publikum hat sich erhoben und klatscht im Rhythmus: Der Funke ist schon mit den ersten Takten von der Bühne ins Hallenrund und auf die Ränge übergesprungen. Das von Florian Silbereisen geprägte Wort "Volksmusik macht Spaß - auch wenn´s nicht jeder zugibt" verfehlt offenbar seine Wirkung nicht.

Von Januar bis Mai zieht Silbereisen wieder mit diesem Programm über 38 Stationen durch die deutschen Lande zwischen Kiel und München. Nach den Fernsehshows bringt er deren Stimmung direkt zu seinem Publikum. Mit viel Licht, Feuerwerk und Schwung gelingt ihm das.

Zuschauer jubeln Voxxclub zu

Die Gruppe Voxxclub steht ihm da in nichts nach. In den Festen der Volksmusik im Fernsehen haben sie sich schon Beifall geholt, hier ist es ein Beifallsorkan, der die Senkrechtstarter des Vorjahres umgibt. Sie kommen mit ihrem aktuellen Hit "Ziwui, ziwui" und die Halle dröhnt. Rockig, witzig, rappig kommt der A-cappella-Gesang mit Beat kombiniert über die Bühne.

Die sechs in Lederhosen mit dem Schuhplattler-Sound, die bereits für ihr Debüt-Album mit Gold ausgezeichnet wurden, haben ihr Publikum voll im Griff. "Mit Ziwui haben wir ein Innsbrucker Volkslied aufgegriffen, das eigentlich Vogelgezwitscher darstellt", erzählt einer der Sänger. Die Stimmung in der Halle steigt, viele Zuschauer belagern den Mittelgang der Halle und jubeln den rockenden Künstlern auf der Bühne zu, die von den schneebedeckten Bergen auf der Leinwand im Hintergrund singen, "wo i dahaom bin".

Als "Anton aus Tirol" erklingt, hält es keinen mehr auf den Sitzen. Gerry Friedle, der mit diesem Titel als DJ Ötzi einer der erfolgreichsten österreichischen Sänger wurde, zieht alle Register. Mit "Hey, Baby", "Sweet Caroline" und "Ein Stern, der Deinen Namen trägt" punktet er beim Magdeburger Publikum, zu dem auch viele Jüngere gehören. Einen Stammplatz hat der Tiroler nicht nur in den Festen der Volksmusik, sondern auch vordere Plätze in 20 Ländern.

Mit dabei auch Lucy Diakowska, besser bekannt aus dem Fernsehen als Sängerin der erfolgreichen deutschen Popgruppe No Angels. Bei ihrem Wiegenlied "Guten Abend, gute Nacht" wird es mucksmäuschenstill - ein beeindruckender Stimmungswechsel.

Schon im Sommer werden wir die 1976 in Bulgarien als Tochter eines Opernsängers und einer Konzertpianistin geborene Musicaldarstellerin und Sängerin auf dem Magdeburger Domplatz wiedersehen: In der Rocky-Horror-Show wird die 38-jährige Lucy mit der außergewöhnlich warmen Rockstimme in die Rolle der Magenta schlüpfen.

Den ganzen Abend geht es schwungvoll zu. Bei der "Perle Tirols" wird kräftig geschunkelt, einzeln oder gemeinsam singen, rocken oder tanzen die Künstler. Ganz nahe sind sie dem Publikum, als Silbereisen der 83-jährigen Hildegard Nowak in der 5. Reihe mit einer Flasche Sekt ein Ständchen zum Geburtstag bringt.

Beifall für die Geigerin Juana Suchon und die TV-Startänzer mit ihren außergewöhnlichen Talenten. Dazu Benedikt Mordstein, der als Breakdancer Titel als Deutscher Meister oder Weltmeister sammelt und an diesem Abend siebzig Sprünge auf einer Hand absolviert.

Drei Stunden Volksmusik mit Rock und Pop in einer tollen Bühnenshow. Immer wieder umfasst die Beifallswoge die Künstler, begleitet ihre Auftritte. Zwei große Farbbildschirme bringen auch den Gästen im hinteren Hallenrund das Geschehen nahe.

Florian Silbereisen heizt Publikum ein

Zugegeben: Die Schau im Fernsehen ist monströser. Doch auch hier in der Halle machen farbenfrohe Lichteffekte, Bild- und Filmeinspielungen auf zwei Bildschirmen neben der Bühne das Fest zu einem Erlebnis.

Die Zuschauer sind begeistert, feiern "feste" wie der Magdeburger sagt, wenn es um eine tolle Sache geht. Ingrid und Damian Schittko aus Magdeburg-Reform fassen zusammen: "Wir haben schon viele Veranstaltungen besucht. Aber beim Programm mit Florian Silbereisen gefällt uns besonders, dass er sein Publikum nicht nur mit einer beschwingten Moderation überrascht, sondern auch singt, Gitarre spielt, tanzt und den Zuhörern mit seiner steirischen Harmonika so kräftig einheizt."

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