Magdeburg l Er wurde in der Bördemetropole geboren und ging hier zur Schule. Dem Magdeburger Theater ist er im wahrsten Wortsinn von Kindesbeinen an verbunden. In Loriots Sketch "Mutters Klavier" stand er als Zehnjähriger zum ersten Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Er muss es gut gemacht haben, denn von da an war er ein gefragter Kleindarsteller. In mehr als 40 Stücken in etwa zehn Spielzeiten wirkte Petersen in Schauspiel und Musiktheater mit. Nun kehrt er als Regisseur in seine Heimatstadt zurück.

Petersen ist nicht der Erste aus der Bördemetropole, der eine solche Karriere startet, man denke nur an Andreas Kriegenburg. Freilich so weit in Richtung Theaterolymp konnte Petersen noch nicht klettern mit gerade mal 27 Jahren. Er inszeniert erst zum dritten Mal völlig selbständig. Doch Kriegenburg sieht er schon als eine Art Vorbild, und er erinnert sich gerne, im Gros der Darsteller dabei gewesen zu sein, als der renommierte Schauspielmann seine erste Oper "Orpheus und Eurydike" von Gluck inszenierte, was ja bekanntlich in Magdeburg passierte. Da gönnte sich der berühmte Mann eben auch mal das, was Petersen nun genießt: ein Heimspiel.

Während Kriegenburg über das Sprechtheater in die Regieprofession einstieg, gehört die erste Neigung von Petersen dem Musiktheater. Obgleich er keine musikalische Ausbildung absolvierte, lediglich eine familiäre Vorbelastung existiert, reichen seine Fähigkeiten schon hin, Partitur und lebendige Bühne professionell abzugleichen und zueinander zu führen. In Assistenzen bei dem renommierten Musicalregisseur Gil Mehmert vervollkommnete Petersen seine handwerklichen Mittel. Als Mehmert 2013 auf dem Magdeburger Domplatz dann "Les Misérables" in Szene setzte, fungierte Erik Petersen bereits als sein Co-Regisseur und auch in Zukunft wird der Kontakt zu ihm nicht abreißen.

Auch bei einer großen Oper auf dem Regiestuhl

Der Newcomer will aber nicht nur im Musicalbereich Meriten erwerben. Auch die Oper zählt zu den Objekten seiner Begierde. Seine erste eigenständige Regiearbeit war "La Cenerentola" von Rossini. Demnächst inszeniert er "Hänsel und Gretel" von Humperdinck. Er könnte es sich auch als Glück vorstellen, in zehn Jahren regelmäßig bei einer großen Oper im Regiestuhl zu sitzen. Wenn, und da ist Erik Petersen so realistisch wie nachdenklich, noch genügend Opernhäuser geöffnet sind. Denn der junge Spielleiter beobachtet schon mit Sorge, wie Mittelkürzungen die Theaterlandschaft in Deutschland ausdünnen. Viele der gefährdeten Häuser, sagt er, bilden in ihren Regionen kulturelle Zentren, bei deren Schließung Ödnis droht.

In Bezug auf "Crazy for You" zeigt sich Petersen zuversichtlich. Er setzt darauf, dass das Werk die schönsten Gershwin-Songs vereint. Er rechnet bei vielen Besuchern mit einem enorm hohen Wiedererkennungseffekt. Außerdem vertraut er auf seine Crew, die mit ihm gemeinsam mit viel Leidenschaft daran arbeitet, zur Premiere am 14. Februar dem Publikum einen mitreißenden Broadway-Abend zu servieren.

Ob er schon mal in New York war, hat den jungen Regisseur übrigens noch keiner gefragt!