Berlin (dpa) l Die Sex-Expertin Paula Lambert erzählt im dpa-Interview, was sie von der Sado-Maso-Trilogie "Shades of Grey" und der Verfilmung hält.

Warum wurde "Shades of Grey" so erfolgreich?
Paula Lambert:
"Fifty Shades of Grey" ist eine ganz klassische Liebesgeschichte. Der Traum jeder Großstadt-Frau: Sie trifft einen neurotischen, kaputten Typen und dreht ihn im Laufe von drei sehr dicken Bänden um, und macht nicht nur den perfekten Liebhaber aus ihm, sondern auch noch den perfekten Partner. Die meisten Frauen wollen, dass der Mann so ist, wie er ist, aber noch mehr wie sie es will.

Was denken Sie: Ist es nötig gewesen, dass das Buch jetzt auch verfilmt wurde?
Ich glaube nicht, dass eine Verfilmung nötig gewesen wäre, zumal das, was ich in den Trailern bislang gesehen habe, auch nicht so spannungsreich aussieht. Im Grunde kann man das, was da passiert, ja auch nicht so richtig auf die Leinwand bannen - es sei denn, man hat zwei Darsteller, die extrem gut miteinander funktionieren. Und das ist bei den beiden nicht der Fall. Ich glaube, das ist einfach Ausbeutung eines Hypes, der eigentlich schon abgeklungen war.

Wie öffentlich wurde das Buch gelesen, und geht man noch mit einem gewissen Schamgefühl zur Kinokasse?
"Fifty Shades of Grey" wurde ja auch in U-Bahnen gelesen, ganz ungeniert. Dafür ist es auch zu wenig hardcore. Die Sex-Szenen sind zwar pseudo-explizit geschrieben, so irre viel passiert da aber nicht. Das ist längst Teil der Popkultur geworden. Also die Leute werden ganz normal an die Kassen gehen und sich Karten kaufen.