Weimar (dpa) l Größtes Ausstellungsprojekt der Klassik-Stiftung Weimar ist in diesem Jahr von April bis Juni eine Schau zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren. Sie trägt den Titel "Cranach in Weimar".

Die Stiftung besitzt neben Gemälden viele Zeichnungen und Drucke des Künstlers. "Zentrum ist dennoch die Stadtkirche St. Peter und Paul mit dem Altar von Lucas Cranach dem Jüngeren von 1555", sagte Stiftungspräsident Hellmut Seemann am Montag in Weimar. "Es ist das wichtigste Werk zum Ende der Reformation."

Die Stiftung will in diesem Jahr außerdem eine wichtige Wegmarke zum 100. Jubiläum des Staatlichen Bauhauses setzen. "Wir sind immer noch überzeugt, im Herbst mit dem Bau des Neuen Bauhaus-Museums beginnen und es Ende 2018 eröffnen zu können", sagte Seemann in Weimar. Das wäre drei Jahre später als ursprünglich für den 22 Millionen Euro teuren Bau geplant. Das Bauhaus wurde 1919 als Architektur- und Designschule in Weimar gegründet.

Nach den Worten Seemanns wird zudem weiter die Sanierung des Weimarer Stadtschlosses vorbereitet.

Als drittes großes Bauprojekt der Kulturstiftung stehe die Sanierung des Goethehauses an. Beim Haus am Frauenplan, wo Goethe fast 50 Jahre gewohnt hat, müsse sich die Stiftung ernsthaft Sorge um die Bausubstanz machen, sagte Seemann. Er rechne mit zweistelligen Millionenkosten für die Sanierung. Als frühesten Zeitpunkt für den Arbeitsbeginn nannte Seemann das Jahr 2017. Die Sanierung werde sich sicher bis in die 2020er Jahre hinziehen.

Für das Bauhaus-Museum und das Stadtschloss erhält die Stiftung Geld von Bund und Land Thüringen. Die Arbeiten am Goethehaus müssen aus dem jährlichen Bauetat von 4,5 Millionen Euro bestritten werden. Die hohe Zahl der Besucher - allein 2014 kamen 181 500 - hinterlasse in dem Komplex Spuren, sagte Seemann.

Sinkende Besucherzahlen

2014 besuchten 650 000 Menschen die Museen und Gedenkstätten der Stiftung - 15 Prozent weniger als 2013. Grund war aus Sicht des Präsidenten unter anderem die zeitweilige Schließung des Schillermuseums.

Bilder