Magdeburg l Möglicherweise kennen sich Gocha Abuladze, Konstantin Marsch und Leander Rebholz kaum persönlich. Sie gehören zwar alle dem Ensemble des Magdeburger Theaters an, aber sie wirken in verschiedenen Sparten. Am 1. März jedoch werden sie gemeinsam auf der Bühne des Opernhauses stehen. Dann verleiht der Theaterförderverein die Förderpreise für junge Künstler, und Abuladze, Marsch und Rebholz sind jene, die von der Jury auserwählt wurden. Alle drei sind erstmals nach ihrer Ausbildung in einem festen Engagement.

Seit der Spielzeit 2013/2014 können Magdeburgs Opernfreunde Gocha Abuladze auf der Bühne erleben. Als Figaro in Rossinis "Barbier von Sevilla" eroberte er die Herzen im Sturm. Seine Ausbildung erhielt der Sänger in seiner Heimat Georgien, am Konservatorium in Tblissi. Generalintendantin Karen Stone, die als Regisseurin mit Abuladze arbeitete, sagt über ihn: "Gocha Abuladze bringt alle Voraussetzungen für das sogenannte `italienische Baritonfach` mit, das in der Regel äußerst schwer zu besetzen ist. Dafür braucht man eine volle, lyrische Stimme mit Kraft." Wie ausgezeichnet Abuladze das italienische Fach meistere, "hat er in jeder Partie, die er hier bereits gesungen hat, gezeigt."

Der Schauspieler Konstantin Marsch besuchte die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. 2011 engagierte ihn der damalige Schauspieldirektor Jan Jochymski ans Theater Magdeburg. Er war in so gewichtigen Rollen wie Stanley Kowalski in "Endstation Sehnsucht", als Tempelherr in "Nathan der Weise" oder als Beckmann in "Draußen vor der Tür" zu sehen.

Die neue Chefin des Schauspiels Cornelia Crombholz begrüßt die Wahl der Jury ausdrücklich: "Ich schätze die schauspielerischen, musikalischen und komödiantischen Fähigkeiten von Konstantin Marsch sehr. Er bringt seine spielerische Fantasie in jede Arbeit von Neuem ein und ist jemand, der sich nicht schnell zufrieden gibt, der weiter will."

Leander Rebholz, der in Berlin und an der berühmten John-Cranko-Schule in Stuttgart ausgebildet wurde, ist der Dritte im Bunde. Seit der Spielzeit 2012/2013 gehört er zum Magdeburger Ballett. Dessen Chef Gonzalo Galguera betraute ihn mit so wichtigen Aufgaben wie dem Romeo in "Romeo und Julia" und dem Bräutigam in "Bluthochzeit". Er sagt über Rebholz: "Vom ersten Moment seines Arbeitens in unserer Compagnie sah ich in ihm ein großes künstlerisches Talent, welches ihm die Türen zu spannenden Aufgaben der Ballettwelt öffnet. Leander besticht durch seine Offenheit sowie stetige Wachsamkeit - sowohl bei den Proben als auch bei Vorstellungen. Er besitzt ein exzellentes künstlerisches Gespür für die Feinheiten, die jedwede Rolle an ihn stellt."

Wie seit 20 Jahren üblich, präsentieren sich die Geehrten anlässlich der Preisverleihung zusammen mit anderen Künstlern in einer festlichen Gala, zu der alle Theaterliebhaber am 1. März um 18 Uhr eingeladen sind. Der Eintritt ist frei.