Magdeburg l "12 Fantasien für Flöte solo" mit Faksimile des Erstdrucks, "28. Triosonate in c-Moll", "7. Pariser Quartett in D-Dur" - die Liste der Veröffentlichungen des Amadeus Verlages Winterthur zur Musik des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann (1681-1767) ist lang. Allein 220 Editionen aus dessen kammermusikalischem Schaffen, darunter so zentrale Werke wie die sogenannten Pariser und Hamburger Quartette, Kammermusiken aus der Musique de table und etwa 100 Triosonaten, liegen vor.

Der Verlag aus der Schweiz, der Musikpraxis eng verbunden, wird für diese Herausgabe und die Verbreitung des Telemann´schen Werkes am Sonntag mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis 2015 der Stadt Magdeburg geehrt. "Ich war sehr überrascht, bin vor allem aber dankbar", sagt Verlagsgründer Bernhard Päuler. Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich der 82-Jährige für den Markt im Bereich der Alten Musik. Die Stadt lobt sein feines Gespür, seine kluge Werkauswahl und die gediegenen Ausgaben. Sie würden durch Papierqualität, Einbandgestaltung und Notensatz überzeugen.

Das Hobby zum Beruf gemacht

Päuler, von Beruf Schriftsetzer, habe über viele Jahre eine Sammlung aufgebaut und mit dem Verlag sein Hobby zum Beruf gemacht. Am Sonntag wird seine Tochter Barbara Päuler stellvertretend für den erkrankten Verlagsmann die Bronzeplakette und die Urkunde entgegennehmen. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Das Geld, so sagt Päuler, solle wieder in die Ausgaben einfließen.

Zum Festakt im Gesellschaftshaus wird Urs Fischer, Leiter der Spezialsammlungen der Zentralbibliothek Zürich, die Laudatio halten.

Der Telemann-Preis wird seit 1987 verliehen. Preisträger waren unter anderem Ludwig Güttler, Wolf Hobohm, Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs sowie der Bärenreiter- und der Carus-Verlag.