Dresden (dpa) l Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) lassen es wieder funkeln: Nach elfjähriger Schließung sind vom 7. Juni an Bestände des Münzkabinetts im Georgenbau wieder zu sehen, teilte Generaldirektor Hartwig Fischer am Montag mit.

Die Münzsammlung gehöre mit fast 300000 Objekten zu den drei größten ihrer Art in Deutschland und sei von europäischem Rang, hieß es. Mit der langersehnten Dauerausstellung sei eine weitere Etappe im Wiederaufbau des Residenzschlosses erreicht.

Die Kunstsammlungen hoffen auf eine Vollendung des Schlosses im Jahr 2019. Sachsens Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) wollte sich am Montag noch nicht auf einen Eröffnungstermin festlegen. "Qualität geht vor Geschwindigkeit", sagte sie. Derzeit seien 290 Millionen Euro und damit rund zwei Drittel der benötigten Gelder verbaut. Es stünden aber noch Arbeiten im Umfang von 100 Millionen Euro aus. Das Schloss beherbergt mehrere der insgesamt 14 Museen der Kunstsammlungen, darunter das Historische und das Neue Grüne Gewölbe.

Die Kunstsammlungen, zu denen auch die Gemäldegalerie Alte Meister gehört, hatten 2014 einen Besucherrückgang von vier Prozent verzeichnet. Allerdings liege die Hürde mit 2,48 Millionen Gästen auch hoch, hieß es. Das Ausbleiben russischer Besucher gilt als entscheidender Grund für den Schwund.

Einen positiven Trend gab es beim Kunstgewerbemuseum, das 51500 Menschen und damit 43 Prozent mehr als im Vorjahr anlockte. Das Museum präsentiert sich von Sonnabend (7. März) mit einer großen Schau im Dresdner Lipsiusbau.

Eine zweite Sonderausstellung folgt vom 14. März bis 10. Mai: "Supermarket of the Dead" macht mit einem alten Volksglauben aus China bekannt. Dort werden aus Papier nachgebildete Gegenstände verbrannt, damit Ahnen, Götter und Geister in den Genuss besagter Güter kommen.

Das Kupferstichkabinett beschäftigt sich mit dem Erbe von Hieronymus Bosch (19. März bis 15. Juni).

Ende 2015 präsentieren die Dresdner Sammlungen ausgewählte Exponate in Abu Dhabi. Fischer erinnerte daran, dass Weltoffenheit ein grundlegendes Element für die Entwicklung der Museen in Dresden gewesen sei. Etwa ein Drittel des Sammlungsbestandes stamme von außerhalb Europas. Die wochenlangen Proteste der Islamkritiker von Pegida hätten ein "problematisches Licht" auf die Stadt geworfen.