Magdeburg l Der Bronzelöwe, den der sächsische Schauspieler und Kabarettist Uwe Steimle im Magdeburger Kulturhistorischen Museum bestaunte, ist etwa 850 Jahre alt und war so noch nie zu sehen. Es ist der Magdeburger Löwe oder das Aquamanile, ein Gefäß, das bei religiösen Zeremonien Handwaschungen mit geweihtem Wasser diente.

Dieser Löwe stand im Mittelpunkt der Dreharbeiten des MDR für die dritte Folge in der Reihe "Steimle staunt - ... über einen Löwen, der zum Händewaschen taugt". Immerhin ist er nicht nur ein außerordentlich wertvolles und einzigartiges Ausstellungsstück im Magdeburger Museum, sondern verkörpert auch die beeindruckende Handwerkskunst des Bronzegusses in dieser Region vor fast 1000 Jahren.

Und Uwe Steimle staunte nicht schlecht, als Dr. Claus-Peter Hasse, Historiker für die Geschichte des Mittelalters im Kulturhistorischen Museum Magdeburg, mit weißen Handschuhen das wertvolle Stück aus den Tiefen des Magazins ans Tageslicht holte und ihm präsentierte.

"Den fasse ich nicht an", parlierte er im schönsten Sächsisch, denn wenn er stolpere und das Aquamanile zerbreche, das könne er der Weltgeschichte nicht antun. Da habe es 850 Jahre überdauert, um dann mit ihm sein Ende zu finden, nein, das sei unmöglich.

Es ist genau dieser Humor, mit dem sich Uwe Steimle den Zeugnissen der Geschichte nähert, und damit einen Museumsbesuch unterhaltend macht. Und der Sender hat mit dieser Art, Geschichte lebendig zu machen und identitätsstiftend zu wirken, ziemlichen Erfolg.

Jeweils zu besonderen Feiertagen flimmern die Folgen über den Bildschirm. Nach Besuchen im Dresdner "Grünen Gewölbe" und im Waffenmuseum in Suhl ist nun der Besuch im Magdeburger Kulturhistorischen Museum am Karfreitag ein wichtiger Termin im Feiertagsprogramm zu Ostern.

An diesem Tag und aus diesem Anlass wird dann ausnahmsweise auch der Bronzelöwe zu sehen sein, wie die Museumsleitung versprach. Danach verschwindet er wieder in den Tiefen des Magazins, denn er ist Teil der Gesamtausstellung "Magdeburger Stadtgeschichte", die Stück für Stück in ihrem Aufbau den Zeitepochen folgt, bis dann der Magdeburger Löwe Mitte Juni, wenn die Gesamtausstellung fertig ist, seinen großen Auftritt hat.

Wer schon vorab das Aquamanile, den zufälligen Bronzefund von 1961, sehen möchte, der sollte am Karfreitag zum einen den staunenden Uwe Steimle im Fernsehen nicht verpassen, zum anderen genau an diesem Tag auch einen Museumsbesuch einplanen. Da sind dann auch die Bronzeguss-Nachbildungen der Kirchentür von Nowgorod zu sehen, in denen nicht nur der Magdeburger Löwe, sondern auch seine kunsthandwerklichen mittelalterlichen Schöpfer verewigt sind.