Berlin (dpa) l Die Berliner Staatsbibliothek ist im Besitz einer der ältesten Koranhandschriften der Welt. Wie die "Märkische Allgemeine Zeitung" berichtete, hat ein Forschungslabor der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich das mit der naturwissenschaftlichen Radiokarbonmethode nun bestätigt.

Die sieben dünnen Pergamentblätter stammen nach den Untersuchungsergebnissen aus der Zeit zwischen 606 und 652 nach Christus - also höchstens zwanzig Jahre nach dem Tod des Propheten Mohammed 632 n. Chr.

Eine Bibliothekssprecherin bestätigte den Bericht. Ihren Angaben zufolge wurden die Blätter aus dem Nachlass eines Wissenschaftlers erworben, der sich Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts in Kairo aufhielt.

Eine weitere Kostbarkeit der Bibliothek ist eine fast vollständige Koranhandschrift aus der sogenannten Sammlung Wetzstein, die auf die Zeit von 670 bis 770 datiert wird. "Die Erkenntnis, dass es sich um sehr alte Schriften handelt, ist für mich nicht vollkommen neu", zitierte die Zeitung den Leiter der Orientabteilung, Christoph Rauch. "Aber bislang mussten wir immer mit Vermutungen arbeiten. Jetzt haben wir endlich in einem bestimmten Bereich sehr konkrete Fakten geschaffen."