Wernigerode (vst) l Großformatige abstrakte Malereien von intensiver Farbigkeit sind vom heutigen Mittwoch an in der Rektoratsvilla der Fachhochschule Harz in Wernigerode zu sehen. Die Ausstellung "Lumen Naturale" von Karl Anton ist bis Mitte Juni montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Fragt man Karl Anton, wie er seine Werke einordnen würde, spricht er vom "Abstrakten Pointillismus". Ein schwieriger Begriff! Er winkt ab: "Im Impressionismus des 19. Jahrhunderts gab es eine Strömung, in welcher Künstler mit Punkten versuchten, ganze Landschaften darzustellen. Sie haben mit dieser Malweise leuchtende Effekte erreicht."

Ähnliches will auch Anton, seine Darstellungen sind jedoch abstrakt: "Ich möchte rein das Gefühl ansprechen. Wir sind so stark rational ausgerichtet, dass wir in allem bekannte Muster suchen - ein Gesicht, ein Tier -, die wir in Schubkästen einordnen können. Die Menschen misstrauen ihren Emotionen. Meine Bilder sollen Trainingseinheiten für die Gefühle sein, abstrakt und von starker Farbigkeit, gemalt mit flüssiger Farbe auf Leinwand."

Karl Anton ist in der Region kein Unbekannter. Der ehemalige Gefängnisdirektor von Halberstadt wurde 1953 in Staßfurt geboren und studierte in Dresden und Berlin.

Vor 20 Jahren trat er in Magdeburg erstmals künstlerisch an die Öffentlichkeit. Mittlerweile blickt er zurück auf eine Vielzahl von Ausstellungen, u. a. in Bonn, Hamburg, Magdeburg, Bremen, Berlin, Cannes oder Brüssel.

Er ist Autor von Kriminalromanen und Kurzgeschichten. Seit langem arbeitet Anton zudem einmal im Jahr mit geistig behinderten Kindern in einer Schule in Halberstadt; 2014 wurde dieses Projekt mit dem 1. Platz des Jugend-Kultur-Preises Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.