Kirchen, Gärten, Museen und Scheunen im Salzlandkreis werden im Mai und Juni wieder zu Konzerträumen. Das Musikprojekt "Klänge im Raum" geht mit 15 Veranstaltungen in sein 22. Jahr. Ein Blick auf das Konzertangebot.

Schönebeck l Ingrid Kaiserfeld singt an der Bayerischen Staatsoper in München und am Opernhaus Graz. Am 8. und 9. Mai wird die Opernsängerin in Gustav Mahlers Liederzyklus "Des Knaben Wunderhorn" erst in Schönebeck, dann in Wernigerode zu hören sein. Ihr zur Seite steht der Bariton Jacek Strauch, ebenfalls an den Opernhäusern Europas zu Gast. Begleitet werden sie von der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck und dem Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode.

Auf dem Programm steht auch Anton Bruckners selten aufgeführte "Nullte" Sinfonie. Nach einem ersten gemeinsamen Konzert am vergangenen Freitag intensivieren die beiden Orchester damit ihre Zusammenarbeit. Das Konzert unter Leitung von Schönebecks Musikdirektor Gerard Oskamp ist ohne Zweifel der konzertante Höhepunkt der 22. Auflage des Musikfestes "Klänge im Raum".

"Klänge im Raum" ist ein Förderprojekt des Landes Sachsen-Anhalt. Träger des Musikfestes ist der Förderverein der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck. Deren Vorstandsvorsitzende Petra Grimm-Benne führt den Erfolg auf die besondere Vielfalt zurück. Sie spricht von Vielfalt sowohl in den Konzerträumen als auch im Programm.

Kirchen, Museen, Gärten und Scheunen werden bespielt, Dixieland, Opernmelodien, Klezmer erklingen dort. Ein Schwerpunkt sind traditionell Komponisten aus Sachsen-Anhalt. Johann Friedrich Fasch (1688-1758), Richard Eilenberg (1848-1927), August Klughardt (1847-1902) sind in Schönebeck unter dem Titel "Als Anhalter durch die Musikgeschichte" zu hören. In Förderstedt und Breitenhagen trifft der 1756 in Salzburg geborene Wolfgang Amadeus Mozart mit der 29. Sinfonie auf die Sinfonie D-Dur des anhaltischen Komponisten Carl Christian Agthe (1762-1797).

Regionale Musik trifft auf regionale Bauten. Gleich fünf liebevoll sanierte Dorfkirchen können beim organisatorisch aufwändigen Rundfahrtkonzert erkundet werden. Döben, Elbenau, Plötzky, Pretzien und Ranies werden unter musikalischer Begleitung angefahren, nach dem Erfolg des letzten Jahres eine Neuauflage.

Interessant auch die Uraufführung des "Trinitatis Oratoriums", das Kirchenmusiker Sebastian Saß anlässlich des Kunstprojektes für die Schlosskirche Bernburg schuf. Das Musikwerk entstand zur Neugestaltung der Schlosskirche, die der Gemeindekirchenrat gemeinsam mit dem Hallenser Maler Moritz Götze entwickelt hatte.

"Klänge im Raum" lässt die Menschen in der Region an Musik teilhaben - als Zuhörer und Mitwirkende gleichermaßen. Von Anbeginn setzt das Festival auch auf den musikalischen Nachwuchs. Musikschüler werden in diesem Jahr das Musikfest am 3. Mai einläuten und am 14. Juni beenden.

www.mitteldeutsche-kammerphilharmonie.de