"40 Jahre | 40 Künstler | 40 Werke"
12. Mai bis März 2016
Der Eintritt kostet 4, ermäßigt 2 Euro

Magdeburg l Eine Sonderausstellung widmet sich vom 12. Mai an dem spannenden Rückblick. "40 Jahre | 40 Künstler | 40 Werke" heißt die Exposition. Sie wird am Sonntag eröffnet. "Wir wollen damit die unterschiedlichen Sichten auf unsere Bestände ins Licht der Öffentlichkeit rücken", sagt Museumsleiterin Annegret Laabs. Das oftmals fast ausschließlich mit der Nationalen Sammlung Plastik der DDR in Verbindung gebrachte Haus, habe sich nie ausschließlich auf dieses eine Thema konzentriert, lautet ihr Fazit. Schon seit seiner Gründung spielte die bildende Kunst in ihrer Gesamtheit eine Rolle.

Das belegt die Auswahl der Künstler und Werke augenscheinlich. Sie will Lust auf ein Wiedersehen mit Objekten aus der Sammlung machen, Arbeiten aus den 1940er Jahren ebenso vorstellen wie jüngste Neuerwerbungen. Dieser Bogen erweist sich als spannend. Er beginnt bei Reinhold Langner. Seine "Trauernde" entstand um 1950. Der figürlichen Plastik steht fast diametral die abstrakte "Räumliche Brechung eines Rechtecks" von Hermann Glöckner gegenüber. Beide stammen aus Dresden, hatten aber unterschiedliche Stellungen im DDR-Kunstkanon. Glöckner war der Unangepasste, der kaum eine Rolle im offiziellen Geschehen spielte.

Vor gut zehn Jahren kam seine jetzt ausgestellte Arbeit zu bereits drei vorhandenen in die Sammlungen. Von Langner finden sich mehr als 60 Skulpturen, Zeichnungen und Aquarelle im Bestand. In der Exposition finden sich zudem Plastiken unter anderem von Wieland Förster und Werner Stötzer.

Tobias Zielonys Projekt zum Teil in Magdeburg zu sehen

Nach 1990 begann das Museum damit, sich in der zunehmend global agierenden Kunstwelt umzusehen. 1994 gelang dem Haus mit einer noch nie so umfassend gezeigten Personalausstellung von Ruth Francken ein Paukenschlag. In Prag geboren und Paris gestorben, lässt sie sich nicht in eine Schablone pressen. Sie malte, zeichnete, modellierte und gestaltete. Erst im vergangenen Jahr gelang eine Neuerwerbung für die Magdeburger Sammlungen. Aus ihren "Wittgenstein Variations" kam "Brûlures" an die Elbe. Sie selbst äußerte sich zu dieser Reihe: "Ich mache Anti-Porträts, um zu sagen, dass es heute unmöglich ist, Porträts zu machen, da es keine Wahrheit gibt."

Seine Premiere erlebt die jüngste Neuerwerbung für das Kunstmuseum. Nachdem "Babysitting" des in Spanien lebenden Mexikaners Ernesto Burgos erst im vergangenen Jahr angekauft wurde, ist es nun in der Sonderausstellung zu sehen. Beispielhaft für die neuen Medien, auf die sich die Sammlungstätigkeit des Museum verstärkt richtet, ist eine Diainstallation von Tobias Zielony. Er hat zeitkritische Portraits Jugendlicher, ihrer Treffpunkte, ihres Umfelds geschaffen. Einen Teil seines Projekts "Behind the Block", das er in Halle-Neustadt realisierte, ist jetzt in Magdeburg zu sehen. "Solche modernen künstlerischen Dokumentationen gewinnen an Bedeutung, zeigen Trends", versichert Laabs. Zielony sei wie auch die Filmemacherin Hito Steyel im Deutschen Pavillon auf der am heutigen Sonnabend beginnenden Biennale von Venedig vertreten. Die Videoarbeit der Künstlerin "After the crash" läuft in den kommenden Monaten im Kunstmuseum.

Zu den Künstlern aus Sachsen-Anhalt in der Exposition gehört unter anderem Mario Lobedan. Der Maler gestaltete eine Reihe von Zeichnungen und verzichtet dabei traditionell auf Gegenständlichkeit, denn er fühlt sich durch die reine Figur eingeengt. Der Ex-Leipziger gibt dem Betrachter seiner Arbeiten Raum für Interpretationen, für eigene Fantasien.