"young german jazz"
26. Mai, 10.30-15.30 Uhr, Workshop "Mr. Trief" im Thiem20; 20 Uhr Konzert im Moritzhof
25. Juni, 19.30 Uhr, Konzert N. N. in der Schweizer Milchkuranstalt
30. Juli, 20 Uhr, Konzert "Pecco Billo" im Moritzhof

Weitere Informationen und Anmeldung unter: fsj@moritzhof-magdeburg.de

Magdeburg l Zur Kommunion hat er die erste Trompete geschenkt bekommen, vom Instrument fasziniert war er aber schon viel früher, nämlich mit 4 Jahren, als er ein Konzert mit Julian und Roman Wasserfuhr erlebte, die heute zu den renommiertesten Jazzmusikern Deutschlands gehören. Aktuell bereichert der erst 19-jährige Ruben Bauer die Magdeburger Musikszene mit einer eigenen Konzertreihe.

Für "young german jazz" holt er namhafte Jazzer in die Landeshauptstadt und ermöglicht Begegnungen mit Nachwuchsmusikern. "Ein Glücksfall für den Moritzhof", sagt dessen Leiter Christoph Hackel, bei dem der gebürtige Kölner sein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolviert.

Dass sich Kandidaten außerhalb der Region nach Magdeburg bewerben, ist für Kultureinrichtungen nicht so selten. Ruben Bauer, der "unbedingt was mit Kultur machen" und über den Tellerrand schauen wollte, hat sich Magdeburg ausgesucht. Im Internet fand er mehrere spannende Einsatzorte und begab sich mit verschiedenen Projektideen im Gepäck auf eine kleine Deutschlandreise. Im Moritzhof fühlte er sich angekommen. "Ich hab mir den Hof angeschaut, sofort nette Leute kennengelernt und gemerkt: Hier passe ich hin."

Auf andere Leute zugehen fällt dem jungen Mann allerdings auch sehr leicht. Die Kölner Jazz-Szene bot hierfür ein gutes Pflaster: Bauer sprach Musiker nach deren Konzerten an, knüpfte Kontakte, erhielt selbst über Facebook etliche Freundschaftsanfragen aus der Szene. So entstand ein dichtes Netzwerk, von dem er nun für "young german jazz" in Magdeburg profitiert.

Nur eine neue Konzertreihe zu organisieren, war ihm allerdings zu wenig. Vielmehr bringt er in begleitenden Workshops Profis mit Nachwuchsmusikern zusammen: "Ich wollte lieber mal was richtig Abgefahrenes machen." So gibt es neben den regelmäßigen Konzerten im Moritzhof auch hautnahe Begegnungen mit den Musikern. Im Thiem2 werden Popsongs gecovert, auf der Querflöte gebeatboxt, Effektgeräte bedient - Techniken, die im herkömmlichen Instrumentalunterricht eher zweitrangig sind. Dafür hat er sich mit der ebenfalls jazzbegeisterten FSJlerin und Gitarristin Virginia Lauckert zusammengetan, mit der er in seiner Freizeit sogar Musik macht. Und das ziemlich erfolgreich. Zusammen mit den Kollegen ihres Quintetts "AnSpielung" holten sie am vergangenen Wochenende den Publikumspreis beim Finale des SWM-Bandcontests "Talent-Verstärker" und fahren zum Festival "Rocken am Brocken".

Auch sonst ist der Nachwuchstrompeter ein gefragter Musiker. In kaum einem Ensemble in Magdeburg hat er noch nicht mitgespielt: Thiem-Bigband, Musikfreunde Magdeburg, Jugendsinfonieorchester und sogar im Landesjugendjazzorchester, mit dem er Ende Mai auf der Expo in Mailand gastiert.

Die Workshops von "young german jazz", zu denen eigens schon Musikstudenten aus Dresden anreisten, sind übrigens offen für alle interessierten Musikschüler, aber auch Profis, die neugierig auf die Zusammenarbeit mit Jazzmusikern sind. Im Idealfall stehen sie dann am Abend des Konzerts zusammen auf der Bühne.

Für Ruben Bauer endet im Sommer seine Zeit in Magdeburg. Zusammen mit Virginia will er im Anschluss eine ausgedehnte Bustour durch Europa machen und dabei natürlich viel musizieren. Vor dem Studium, am liebsten Kulturmanagement, plant er einen dreimonatigen Einsatz in Afrika.