Magdeburg l Das Karstadtrestaurant kann seine Kantinengestalt kaum verbergen. Von den monatlichen Jazzkonzerten passte zumindest namentlich der Auftritt der Braunschweiger Hip-Hop-Jazz-Band Jazzkantine am Freitag erstmals zu 100 Prozent ins Bild.

Moment, Hip-Hop-Jazz-Band? Ja, die Jazzkantine verbindet seit 21 Jahren das Understatement improvisationsvirtuosen Jazz mit der hybrisgeladenen Frechheit des Hip-Hop, sowohl im Klang als auch im Auftreten. Hip-Hopper haben durch Sampler oder unplugged-Experimente schön oft Jazz-Elemente benutzt, doch aus der Jazzerseite ist diese Verbindung ein Alleinstellungsmerkmal der Kantine.

Und diese Verbindung macht Spaß - den Musikern und den Besuchern. Statt die Grenzen des Jazz aufzuzeigen, wird wieder einmal dessen Grenzenlosigkeit bewiesen und das beste zweier Welten beliebig ausprobiert. Blues, Soul, Funk, Rock, Hip-Hop: alles organisch und selbstverständlich in einem Konzert. Und die Rapper schreien es heraus: "Dieser Jazz ist fett und ja es ist Jazz."

Jazzklassiker wie Paul Desmonds "Take Five" im 7/4-, 4/4- und im originalen 5/4-Takt zu erleben, gleich nebenan eine Funkversion von AC/DC`s "Highway to Hell", die nichts an Rock verliert, oder nur an den Turntables gescratchten "Smoke on the Water" - es ist berauschend. Es braucht bestimmt noch Tage, um zu verdauen, was da zu erleben war. Es klirren noch immer die Ohren von den cleveren Reimen, Beats und Funk.