Halle/Leipzig (dpa) l Der Dresdner Kreuzchor gibt sein Debüt bei den Händelfestspielen in Halle. Der weltberühmte Knabenchor tritt erstmals bei dem Musikfest in der Geburtsstadt des Barock-Komponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759) auf. Am 30. Mai gestalte der Chor zusammen mit dem Händelfestspielorchester und Solisten unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile das Eröffnungskonzert für die diesjährigen Händel-Festspiele (30.5.-14.6.), wie deren Intendant Clemens Birnbaum sagte.

Aufgeführt werden Werke von Vivaldi, Charpentier und Händel. Das Eröffnungskonzert wird dann in der gleichen Besetzung noch einmal am 6. Juni bei den Dresdner Musikfestspielen aufgeführt. "Mit den Dresdner Musikfestspielen haben wir schon häufiger kooperiert, aber der Auftritt der Kruzianer ist ein Novum", sagte Birnbaum.

Eine Neuheit wird es auch in der Nachbarstadt Leipzig geben, wo vom 12. bis 21. Juni das Bachfest gefeiert wird. Hier spielt zur Eröffnung erstmals das Händelfestspielorchester Halle.

Mit den Händelfestspielen unter dem Motto "Händel und seine Interpreten" und dem Bachfest mit dem Titel "So herrlich stehst Du liebe Stadt" stehen in der Region Leipzig/Halle im Juni mehr als 200 Veranstaltungen an mehr als 50 Aufführungsorten auf dem Programm. Noch bis zum 7. Juni laufen zudem in der sächsischen Landeshauptstadt die Dresdner Musikfestspiele.

Schon seit längerem kooperieren die Veranstaltungen in Halle und Leipzig beim Marketing. Die Feste werben gemeinsam mehrsprachig um Besucher. "Die Kooperation hat uns enormen Aufschwung beim Bekanntheitsgrad gebracht. Wir erzielen unschätzbare Effekte für ein sehr schlankes Budget", betonte der Geschäftsführer des Leipziger Bach-Archivs, Dettloff Schwerdtfeger. Zum Bachfest kamen im Vorjahr 65000 Musikliebhaber. Die Händelfestspiele besuchten 45000 Barock-Fans.

Unterdessen haben die Organisatoren der Händelfestspiele aus der Not eine Tugend gemacht. Sie verlängerten das Festival um fünf Tage, so dass es sich jetzt über drei Wochenenden erstreckt - ohne dass die Zahl der Veranstaltungen steigt. Der Grund: In Halle gibt es nicht genügend Vier-Sterne-Hotels, um Festival-Besucher unterzubringen, erläuterte Birnbaum. Mit der Verlängerung gebe es jetzt auch keine Parallelveranstaltungen großer Produktionen mehr. Das Publikum scheint es zu honorieren. Zwei Drittel der Karten seien bereits verkauft.