Von Liane Bornholdt

Magdeburg. Im dreistufigen Wettbewerb "Jugend musiziert" sind die Regionalausscheide die erste Stufe und folglich auch die mit den meisten Teilnehmern. In diesem Jahr beim 48. Wettbewerb zeigten junge Pianisten, Harfenisten und Sänger, Pop-Gitarristen und Schlagzeuger, außerdem Ensembles aus Bläsern und Streichern sowie Akkordeonspieler ihr Können. Nach den Wettbewerbstagen sind die Preisträgerkonzerte die großen Höhepunkte des Ausscheids. Hier haben die Besten der Teilnehmer Gelegenheit, vor einem großen Publikum zu spielen. Für die Region Sachsen-Anhalt Nord (Magdeburg, Salzlandkreis, Jerichower Land, Börde, Altmark und Harz) war es am Sonntag im Opernhaus Magdeburg soweit. Einige der interessantesten Wettbewerbsbeiträge erklangen im vollbesetzten großen Saal. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper übergab allen Preisträgern die Urkunden.

Den Auftakt machte ein Akkordeonensemble aus dem Salzlandkreis, das mit dem sehr russischen Rondo capriccioso von Wladislaw Solotarjow die Zuschauer sogleich begeisterte. Die fünf Spieler und Spielerinnen haben mit brillanter Technik feinste Klangnuancen hervorgebracht vom hauchzarten Zwitschern bis zum großen, fast orgelähnlichen Tuttiklang.

Nach Begrüßungsworten kam Klaviermusik an die Reihe. Stellvertretend für die vielen Pianisten, die am Wettbewerb teilnahmen, spielte die Magdeburgerin Christiane Wesarg Frederic Chopins Polonaise op. 26/1, ein pianistisch sehr anspruchsvolles Werk, bei dem vor allem der feine Anschlag und die durchaus eigenständige und gekonnte Gestaltung des Stückes auffielen.

Als Gast aus Dessau war die sehr junge Harfenistin Ida Lindemann zu hören, und auch sie zog das Publikum mit feinsinniger Musikalität in ihren Bann. Ein Trio mit Blockflöte (Miriam Nessler), Gitarre (Johanna Pott) und Akkordeon (Lydia Hanusch) spielte Moderne Musik, das 1. von drei Mondliedern des Hallenser Komponisten Thomas Buchholz, bevor ein Violoncelloquartett (Almut Brettschneider, Jakob Musil, Constantin Zech und Tilman Kloss) die sehr wirkungsvolle Apokalyptica von Eicca Toppinen spielte.

Der Bariton David Neumann, Schüler der Landesschule für Musik in Wernigerode, brachte wieder andere Klänge zu Gehör. Er sang bereits sehr beachtlich die Don-Giovanni-Arie "Ho capito" und einen sehr amüsanten Western-Folksong, was hinüberleitete zu Jazz- und Popmusik. Da war ein Blechbläserensemble mit "The Strenuous Life" von Scott Joplin und der Gitarrist Frank Schlüter mit einem Arrangement von Michael Jacksons "Billy Jean" zu erleben, und zum Abschluss des wunderschönen Konzertes begeisterte Tom Bauermeister mit eigenen Schlagzeugimprovisationen.