Köln (dpa). Im Kölner Theaterstreit ist es zu einer überraschenden Wende gekommen: Die Intendantin des Kölner Schauspiels, Karin Beier, setzte sich mit ihrer Forderung durch, vor ihrem Wechsel an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg 2014 weiter die Leitung der Kölner Bühne zu behalten. Die Stadt verwarf ihren Plan, den Opern-Intendanten Uwe Eric Laufenberg 2012 zum Generalintendanten zu machen und ihm damit auch die Leitung des Schauspielhauses zu übertragen. Auch bei der strittigen Frage nach Ausweichspielstätten für Oper und Schauspiel - beide werden bis 2015 saniert - sollte noch gestern eine einvernehmliche Lösung auf den Weg gebracht werden, wie die Stadt mitteilte.

Das Ensemble des Schauspielhauses - es war unter Beiers Leitung 2010 zum "Theater des Jahres" gekürt worden - kritisierte, die Pläne zeigten, "mit wie viel Geringschätzung und Nichtachtung man die künstlerischen Erfolge des Schauspiels im Rathaus derzeit behandelt". Mit "provinzieller Wurstigkeit"" und in einem "bananenrepublikartigen Hauruckverfahren" versuche die Politik, Beier nun loszuwerden.