Mit "Ohne Dich schlaf\' ich heut Nacht nicht ein" und "Tausendmal Du" hat die Münchener Freiheit in den 80er Jahren den Durchbruch geschafft. Jetzt feiert die Band ihr 30. Bühnenjahr und ist zum Jubiläum wieder auf Tour. Grit Warnat hat mit Frontmann Stefan Zauner (58) über das Album " Ohne Limit", alte und neue Hits, aber auch übers Kochen gesprochen.

Volksstimme: Herr Zauner, Ihre Jubiläumstour ist zweigeteilt. Sie haben schon im November gespielt. Wer ist zu Ihren Konzerten gekommen - die Fans von damals?

Stefan Zauner: Es sind nach wie vor Fans dabei, die uns in den 80er Jahren gehört haben und sozusagen mitgewachsen sind, aber wir haben auch neue Fans, die unsere aktuellen Titel mitsingen. Mittlerweile ist das Publikum sehr gemischt.

Volksstimme: "Ohne Limit" heißt das neue Album und die Tour. Bedeutet der Titel, dass Sie rasant Durchstarten wollen?

Zauner: Mit Geschwindigkeitsübertretung hat der Titel wenig zu tun. Wir wollen vielmehr musikalisch ohne Limit sein, uns also nicht in irgendeine Schublade pressen lassen. Wir haben ja immer schon mal versucht, etwas auszubrechen, haben mit Orchester gespielt oder Hardrockelemente eingebaut. Wir wollen mit dem Titel einfach sagen: Musikalisch gibt es für uns keine Grenzen.

Volksstimme: Sie komponieren, Sie schreiben auch selbst. Wenn man älter wird, ändern sich Ansichten. Was hat sich bei Ihren Texten geändert?

Zauner: Ganz ehrlich: Ich merke diesen Änderungsprozess nicht so sehr. Den gibt es natürlich. Da muss ich mir nur unsere erste Scheibe anhören. Da gibt es Texte, die sind stark auf die Neue Deutsche Welle bezogen, sehr unbefangen, auch zum Teil naiv. Wenn man älter wird, werden auch die Texte erwachsener. So manches singt man einfach noch nicht als 20-Jähriger.

Volksstimme: Sie haben gerade die Neue Deutsche Welle angesprochen. Es ist nicht ganz so einfach, Ihre Songs einem Genre zuzuordnen. Wo sehen Sie Ihre Musik?

Zauner: In der Popmusik. Es ist manchmal auch eine Gratwanderung, denn wenn ein Song deutsch ist und von Liebe handelt, dann wird man schnell in die Schlagerecke gestellt.

Volksstimme: Ärgert Sie das?

Zauner: Früher hat es mich schon geärgert, aber mittlerweile überlasse ich es jedem selbst, wo er uns sieht.

"Buntes Gemisch aus allen Zeiten"

Volksstimme: Wie schwer ist es, eine Band über 30 Jahre am Leben zu halten?

Zauner: Wir sehen uns ungefähr 100 Tage im Jahr, so dass wir immer noch 265 Tage für uns haben, für unser Privatleben. Das ist ein guter Freiraum. Und somit klappt das Zusammenspiel auch gut.

Volksstimme: Und die Truppe halten Sie bei Laune mit einer Tischtennisplatte, die Sie auf längeren Touren mitnehmen?

Zauner: Das war früher so, wenn wir ein, zwei Monate ununterbrochen unterwegs waren. Dann hatten wir nicht nur die Tischtennisplatte, sondern auch ein eigenes Catering mit dabei. Heute sind unsere Konzerte nicht mehr so im Block.

Volksstimme: Apropos Catering. Sie sind ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Ihr Lieblingsessen ist Selbstgekochtes. Was essen Sie auf der Tour?

Zauner: Nichts Selbstgekochtes, denn eine mobile Küche haben wir nicht. Ich glaube, da wäre ich auch sehr einzigartig. Aber ich kann das ja mal anregen.

Volksstimme: Bei 30 Jahren Musik hat man manchmal die Qual der Wahl beim Auswählen der Songs. Was erwartet die Fans auf der Tour 2011?

Zauner: Wir haben ein buntes Gemisch aus allen Zeiten, es sind natürlich auch viele Songs aus den 80er Jahren mit dabei. Wir würden es nicht wagen, von der Bühne zu gehen, ohne den Song "Ohne dich" gespielt zu haben. Das erwartet jeder. Aber wir nehmen uns auch die Freiheit, von der neuen CD "Ohne Limit" Stücke zu spielen.

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Die Münchener Freiheit gibt am 10. März das "Ohne Limit"-Konzert in der Stadthalle Magdeburg. Karten gibt es in den Volksstimme-Service-Centern.