Braunschweig (dpa). Nach fast vierjähriger Vorbereitungszeit öffnet am Sonnabend Braunschweigs Schlossmuseum erstmals seine Pforten für Besucher. Es ist im fertiggestellten Nachbau des Residenzschlosses untergebracht und zeigt auf rund 700 Quadratmetern aufwändig nachgestaltete Räume des herzoglichen Hofes. Der Zeitplan zur Eröffnung war mehrfach durcheinander geraten. Das hatte vor allem finanzielle Gründe. Die Kosten für das Schlossmuseum beliefen sich nach Angaben der Stadt auf etwa drei Millionen Euro. "Es wäre sehr schwierig gewesen, die Ausgabe von drei Millionen zu rechtfertigen", sagte Oberbürgermeister Gert Hoffmann (CDU) gestern. Die Stadt musste lediglich 912000 Euro selbst tragen. Stiftungen und Sponsoren brachten 1,9 Millionen Euro für das Projekt auf. Knapp 300000 Euro flossen aus dem Konjunkturpaket des Bundes in das Museum. "Uns hat die Wirtschaftskrise also seltsamerweise geholfen", meinte Braunschweigs Kulturdezernentin Anja Hesse.

Unter den Exponaten befinden sich zahlreiche Originale aus dem 19. Jahrhundert. Zu ihnen gehört auch der im rekonstruierten Thronsaal aufgestellte Thron. Er gehört zu einer Reihe von Dauerleihgaben aus dem Besitz des Braunschweigischen Landesmuseums. Zahlreiche andere öffentliche und private Sammlungen stellten ebenfalls Möbel und Kunstwerke für die Ausstattung der Räume zur Verfügung. Darüber hinaus wurden zum Beispiel Vorhänge und Teppiche rekonstruiert, um eine möglichst originalgetreue Atmosphäre zu schaffen.

Hinter der rekonstruierten Braunschweiger Schlossfassade war Anfang 2007 das Einkaufszentrum "Schloss-Arkaden" eröffnet worden.