Mit einer Karte kann man in der Sonnabendnacht (16. April) 60 Bühnenvorstellungen besuchen. In der dritten Auflage der "Langen Nacht der Opern und Theater" stellten die Künstler von 19 bis 01 Uhr mit etwa 30-minütigen Programmen ihre Vielfalt und Einzigartigkeit unter Beweis, sagte Gabriele Miketta von der Kulturprojekte GmbH, die das Kultur-Event gemeinsam mit den Berliner Bühnen veranstalten.

Von Marion Schierz

Berlin (dapd). Jeder Nachtschwärmer könne seine "Schnupperbesuche" selbst kombinieren und dabei neue Theaterorte aufspüren. Allerdings sollte man so wenig wie möglich planen, empfiehlt der Marketingchef der Komischen Oper, Jens Breder. Besser sei es nach seiner Erfahrung, sich "treiben und überraschen" zu lassen. Das Spektrum reiche von Oper, Konzert, Chanson und Revue über Sprech-, Improvisations- sowie Varietétheater bis zu Kabarett und Kriminaltheater, sagte Breder. Zudem stünden Kindertheater, Schattenspiel, Tanz und Live-Hörspiele auf dem Programm. Insgesamt würden aus rund 200 Produktionen Ausschnitte geboten.

Viele Bühnen hätten Produktionen speziell für die Theaternacht kreiert und geben Ausblicke auf geplante Stücke.

In der Komischen Oper können Nachtschwärmer den zweiten Akt aus Puccinis "La Bohème" aus der von Andreas Homokis gefeierten Inszenierung verfolgen. In diesem Akt sind die meisten Mitwirkenden auf der Bühne, erläutert Sprecherin Katharina Sattler die Auswahl. Darunter seien die fünf Protagonisten und der Kinderchor.

Dieser Teil sei am geeignetsten, "Lust auf Oper" zu machen, ist sich Sattler sicher. Schließlich solle die Opernnacht manchem auch die Schwellenangst nehmen.

Außerdem hätten bereits die vergangenen beiden Kunstnächte gezeigt, dass die Besucher lieber "kleine Kunsthäppchen" genießen wollen als lange Stücke, um möglichst viel zu sehen.

Der Hof der Oper wird mit kulinarischen Genüssen zum Verweilen einladen wie auch der Saal, in dem die Gäste bei einer imposanten Lichtinstallation und Musik die Theaternacht entspannt ausklingen lassen können. Als Mitternachts-Special präsentiert die Sopranistin Mojca Erdmann, ehemaliges Mitglied des Ensembles der Komischen Oper Berlin, ein Sonderkonzert mit Arien aus Erdmanns aktuellem Album "Mostly Mozart". Auch die Opernkasse Unter den Linden werden Musiker zum ungewöhnlichen Aufführungsort machen.

Auf ihre Kosten kommen ebenfalls die Theater- und Opern-Besucher von morgen. Bereits am Nachmittag laden Brotfabrik, Das Weite Theater, GalliTheater, Theater an der Parkaue, GRIPS Theater und ufaFabrik ein, wie Miketta ankündigt. Insgesamt würden 18 Theater Kindern und Jugendlichen Angebote machen.

Ebenso gelte dem Theaternachwuchs besondere Aufmerksamkeit, fügt Miketta hinzu. Vier Ausbildungsstätten präsentierten sich mit hochkarätigen Programmen in ihren jeweiligen Spielstätten - so die Universität der Künste im UNI.T, die Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" im bat-Studiotheater, die Staatliche Ballettschule Berlin im eigenen Aufführungssaal und diversen Probenräumen sowie das neue Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin (HZT) in den Uferstudios.

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