Von Klaus-Peter Voigt

Magdeburg. Es ist ein Rückblick auf ein Dezennium künstlerischen Schaffens. In der Magdeburger Galerie "Himmelreich" entführt die Malerin Sabine Curio bis zum 6. Mai in ihre Heimat an der Ostsee. Die Ölbilder, die vermeintlich alle ihren Ursprung auf Usedom haben, gewähren nicht nur Einblicke in eine Landschaft.

Da hat sich eine Frau aufgemacht, ihre eigene Lebenswelt, ein Stück des Alltags, festzuhalten. Scheinbar nebensächliche Details im Stillleben und Porträts sowie Aktdarstellungen strahlen Ruhe und Gelassenheit aus.

Oft liegt das Sehenswerte nah. Es muss nur entdeckt und regelrecht gehoben werden. Das wache Auge und ein gutes Maß an sensiblen Empfindungen der Künstlerin zahlen sich aus. Dabei bewahrt sie sich ihren eigenen Stil. Orientiert sich nicht am veränderten Umgang mit Medien und damit auch Bildern. Das Stettiner Haff regt sie an, dieses Stück Heimat bewährt sich in einer globaler werdenden Welt als Rückhalt, ein Refugium, dem Vertrautheit innewohnt. Jahreszeiten ziehen vorbei, der Winter findet sich wie die blühenden Sommerblumen, der Gartenstuhl, die Küche als Raum, in den sie Einblicke gewährt.

Sabine Curio setzt auf Pastelltöne. Da ist keine üppige und grelle Farbigkeit. Vielmehr erscheint alles in einem eher weichen Licht, manchmal nur schemenhaft, ohne dass der Betrachter etwas vermisst. Sie lässt an ihren Empfindungen teilhaben, fast ein wenig expressionistisch, aber einladend, mitteilend.

Die Künstlerin wurde 1950 in Ahlbeck geboren. Nach dem Abitur begann sie ihr Malereistudium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee. Bis zum Abschluss dieser Ausbildung war sie sozusagen parallel auf der Suche nach ihrem eigenen Weg und Individualität. Im Atelier von Otto Niemeyer-Holstein absolvierte sie Malstudien unter der Regie ihres Vorbilds, zu dem der Kontakt bis zu dessen Tod 1984 nie abriss.

Naturbeobachtung steht im Mittelpunkt

Dieser Gleichklang in Sichtweisen und Umsetzung prägt das Schaffen bis heute. Die Naturbeobachtung steht im Vordergrund. Der akademische Ansatz wurde auch durch drei Jahre weiterentwickelt, in denen Curio als Meisterschülerin an der Akademie der Künste in Berlin bei Wieland Förster arbeitete. Das womöglich Traditionelle im Ausdruck bewahrt ein Stück Gelassenheit. Mit der Bilderauswahl in der Galerie "Himmelreich" lässt sich diese selbst entdecken, auch wenn im Gegensatz zu den meisten Expositionen dort diesmal keines der ausgestellten Bilder zu erwerben ist.